Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Slowenien Februar 2010

8 Tage im Wechsel der Jahreszeiten, 24.02.2010 Halber Tisch, Jama ob Bezovski cesti na Gropajski gmajni

 

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Der Tag begann einfach super. Sonne satt im Strassencafe in Sezana und als Zugabe Cappuccino. Keiner von uns hatte es eilig aufzustehen. Sogar als wir den Schlüssel zur Höhle schon hatten, blieben wir noch sitzen. Dem sonnigen Tag war es zu verdanken, dass sich auch keiner aufregte, als nachfolgend der halbe Tag mit der Suche einer eigentlich bekannten Höhle verbracht wurde.

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Die Tour beruhte auf einer Verwechslung. Zwei Höhlen beginnen im Namen mit Jama ob Bezovski. Iztok war zwar einmal in seiner Jama ob Bezovski, fand jedoch deren Eingang nicht. Ich hatte eine andere Jama ob Bezovski ausgesucht und diese im GPS hinterlegt. Letztere fand ich auch, es war jedoch klarerweise nicht die Höhle die Iztok suchte. Folglich ging es im Gelände hin und her. Das Missverständnis war uns nicht bewusst, denn sonst wäre es ja kein solches gewesen und so vergingen etwa 1 ½ Stunden mit ergebnislosem Herumlaufen. Schließlich riefen wir den Höhlenverein in Sezana an, um die GPS Koordinaten der Höhle zu erhalten, die Iztok suchte.  Wer hätte es gedacht, es zeigte sich, wir waren 10 Meter am Eingang vorbeigefahren.

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Heinrich war der Erste der einschlazte. Er sollte zwei neue Anker setzen, die alten Spits waren nicht mehr zuverlässig. Während Heinrich bohrte ließ es sich der Rest draußen gut gehen. Die Kräfte würde ein jeder brachen, schließlich ging es gut 90 Meter nach unten, davon etwa 10 Meter  bis zu den neuen Ankern, dann 40 Meter zunächst schräg über eine Wand, anschließend gut weitere 40 Meter frei hängend. Zwischensicherungen wären eigentlich sinnvoll gewesen, aber naja.

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Beim Aufstieg stellte sich heraus, dass die 80 Meter lange Seilstrecke und der gesamte Bodenbereich Steinschlag gefährdet ist. Sicher war es nur hinter dem riesigen Tropfstein am Boden. Es hätte kein Zweiter im Schussfeld aufsteigen dürfen. Dennoch fehlten die Umsteigstellen. Die lange Strecke führte zu einem beachtlichen Jojo Effekt. Da das Seil meterweise scheuerte, blieb uns ein beachtlicher Adrenalinspiegel.

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Zunächst jedoch wurde wieder gesucht, nach einem Schluf und den Durchgang zu schönen Kammern. Iztok erzählte davon. Nach etwa einer Stunde am Schachtgrund wurde ich am, der entgegen gesetzten Ende des Eingangsdoms fündig. Am oberen Ende eine Schutthalde ging es - offensichtlich aufgegraben – in einem Trichter wieder nach unten, eng und versturzgefährdet. Der lehmige Schluf mündete unvermittelt in eine brüchige Kluft, die links und rechts in je einen Schacht mündete.

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Ich bin mir recht sicher, dass der brüchige linke Schacht unten eine Fortsetzung hatte. Da niemand wusste, wo ich war, getraute ich mich nicht hier abzuklettern. Zurück im Eingangsdom suchten die andern mich bereits. Der rechte Wille zur Erforschung der brüchigen Schächte stellte sich bei keinem ein. Schade, doch ein sehr guter Grund wieder zu kommen. Iztok erklärte uns, dass die Höhle keineswegs ausgeforscht ist, sondern derzeit lediglich andere einfachere Objekte im Focus stehen. Er würde sich freuen, nochmals einzufahren und den Luftzug, notfalls mit einer Grabung weiter zu folgen. Ein guter Plan. Vermutlich existiert hier ein Anschluss an den gesuchten unterirdischen Fluss, der von der Kacna Jama kommend, im genauen Verlauf unbekannt, nahe Triest ins Meer fließt.

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Für die restliche Befahrung widmeten wir uns der Tropfsteinfotografie. Leider funktionierten die Auslöser nicht. Gern wollte ich mich in den Hintern beißen, da ich die Ausrüstung nicht geprüft hatte. Nutzloses Zeug mit hinunter geschleppt, welches nun die 80 Meter wieder hoch gebuckelt werden musste. Mist! Es sollte sich zeigen, dass die Batterien der Firefly 2 und des bauähnlichen CaveSeeker Modells Höhlenfeuer leer waren. Ein Wechsel der Batterien half anderntags. Nur jetzt gab es keinen Trost, 2 von 4 Blitzen versagten.

Einer nach den anderen stieg auf, ein jeder schickte surrend Steine in die Tiefe. Immer weniger Blitzsklaven waren verfügbar und immer einfachere Bilder entstanden. Zuletzt verließ ich den Schacht. Draußen war es gegen 20 Uhr schon stockdunkel.