Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Berücksichtigung der magnetischen Deklination
bei der Vermessung von Höhlen


Zum Vermessen von Höhlen verwenden wir fast immer einen Kompass. Der zeigt aber leider nicht nach Norden sondern - im besten Fall - zum magnetischen Nordpol. Und der ist zur Zeit (2013) etwa 500 km vom geografischen Nordpol entfernt. Abhängig davon wo auf der Erde man sich befindet ist der Unterschied zwischen geografischer und magnetischer Nordrichtung unterschiedlich groß. In vielen Teilen Kanadas beträgt sie mehr als 20 Grad. Diese Differenz bezeichnet man als Mißweisung oder magnetische Deklination.

Gemessen in geologischen Maßstäben verändert sie sich rasend schnell. Ein Beispiel: 1983 war die magnetische Deklination am Hohen Göll bei Berchtesgaden Null Grad und konnte somit komplett ignoriert werden. 2012 betrug sie +2,7 Grad. Das heißt, wenn der Kompass 90,0 Grad anzeigt dann ist die tatsächliche geografische Richtung 92,7 Grad. Das ist eine Größe die man nicht mehr vernachlässigen kann.

Aktuelle Werte kann man mit Deklinationsrechnern im Internet ermitteln. Hier ein Link zum Helmholtz Zentrum Potsdam:
http://www-app3.gfz-potsdam.de/Declinationcalc/declinationcalc.html
Unterwegs kan man z.B. die "Declination" Funktion im CaveMeter, einer Android App benutzen.

Da viele Kompasse zusätzliche Fehler aufweisen sollte man am besten im Forschungsgebiet die Gesamtabweichung feststellen. Dazu braucht man einen möglichst weit entfernten Punkt dessen Koordinaten bekannt sind, etwa einen Berggipfel. Dann ermittelt man mit dem GPS die geografische Richtung dorthin und vergleicht sie mit dem Wert den der Kompass liefert. Diese Funktion ist im CaveMeter unter "Pointing" zu finden.

Bei Fragen können Sie sich gerne per Mail an mich wenden.

Gerhard Meidinger
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