Verein für Höhlenkunde in München e.V.

19:30 Vortrag von Dolfi Triller

Meine ersten Jahre im VHM

"Neun Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg war ein frisch gekaufter "Blaumann" schon reiner Luxus, meist wurden einfach alte Sachen angezogen und bei unseren ersten Befahrungen im Laubensteingebiet 1954 hatten wir nur uralte Hanfseile."

Als der VHM gegründet wurde war Dolfi sechzehn Jahre alt und mit dabei. Wir freuen uns auf einen spannenden Abend.

Germering, Jesus-Christus-Kirche, Hartstraße 6-8



Toni Müller (beteiligt: Elisabeth Zahner und Johannes Paul (Dresden)) 

Am 30.10.2017 war Johannes bei uns zu Besuch. Wir wollten diese Gelegenheit möglichst für einen kleinen Rundflug zu unserem Arbeitsgebiet am Unsünnigen Winkl nützen. Soeben war das bäumereißende Sturmtief "Herwart" mit Getöse über das Land gebraust, mitsamt krassem Kälteeinbruch und Schneefällen bis in tiefere Lagen.

Eigentlich hatten wir seit Jahren exakt auf solche Verhältnisse auf der Rückseite eines kräftigen Tiefs gewartet. Unser Ziel: Fotos im frisch gefallenen, mäßigen Neuschnee zu machen, um das vitale Anlaufen der "Bläser" im Plateau des Steinernen Meeres zu dokumentieren.

Das Problem war nur: Johannes mußte am nächsten Tag (Dienstag) unbedingt wieder zu einen Termin in Dresden sein. Also los.

Wir fahren bei 'real' blauem Himmel am Montag los in Richtung Zell am See (Ö) zum Sportflugplatz. Aber, offensichtlich fahren wir direkt schräg in die düsteren Ausläufer des schlechten Wetters mit Starkwind rein, je näher wir den Alpen kommen.

Vor Ort düstere, äußerst rasch ziehende Wolken. Die blauschwarze Unterseite flach, wie gehobelt. Verdammt böig!! Der Pilot wartet bereits auf uns, er meint, wegen der leichten Sportmaschine für Flugschulen bräuchten wir uns keine Sorgen machen. Es müßte gehen - umdrehen könnten wir immer noch.

Nur: Etwas ruppig würde es ganz sicher gewiss werden!! Wir sollten uns eng anschnallen! So starten wir bei rasch zunehmendem Wind unverzüglich, um ja keine Zeit zu verlieren.

Anflug mit Peilung zum Sommerstein und dem Riemannhaus (2177m SH). Die Wolkenuntergrenze schneidet den Sommerstein etwa mittig ab. Darunter lugt tatsächlich diese Berghütte raus. Der schmale, freie Schlitz reicht keinesfalls für den Einflug ins Plateau. Also fliegen wir knapp unter den Wolken entlang nach Westen. Vorbei an den mächtigen PORTALEN am Schindelkopf. Imposant!! Hier dahinter wurden von Aachener Höhlenforscher in mehreren Objekten insgesamt 52 km Höhlenerstreckung er- und angeforscht....

Die schroffen Felsen sind hier im westlichen Luv von Graupel / Schnee - mit Eiskrusten verkleidet, wie bei einer Ritterrüstung. Sieht arg 'arktisch' aus.

Die Diesbachscharte mit dem Ingolstädterhaus (2119m SH) kommt in Sicht. Tatsächlich ist sie soweit 'offen', daß wir es trotz teils harter Böen riskieren wollen. Höchst ruppiger Rückenwind im Einflug. Akustisch begleitet vom schrillem Überlast-ALARM, den die schwingenden Tragflächen melden.

Bis hierher war ich bereits mindestens 4x mit dem Kopf ans Kabinendach (trotz Gurt) g e k n a l l t ! Aber, wir sind im westlichen Plateau. Bald überqueren wir das Rotwandl, wo Martin Sattler aus den Stuttgarter Ecke zusammen mit seiner Forschergruppe gut 18km Höhlenverlauf vermessen und dokumentiert hat.... Weiter!

Vor uns die Niederbrunnsulzen (2375m SH) ist absolut 'dicht'! Es ist kein Überflug nach Osten möglich. Den verhüllten Funtenseetauern in Norden zu umfliegen erscheint sinnlos. Dahinter im Staubereich der Luftströme ist sicher mit einer handfesten "Waschküche" zu rechnen. Aus - nichts zu machen!

Der seehr 'einvernehmliche' Entschluß zur Umkehr fällt gar nicht schwer! Wir drehen wieder über die Diesbachscharte ab und fliegen hinaus über die dunkelgrünen Täler des Pinzgauer Tales. Unser 'eigentliches' ZIEL, nämlich unser konkretes Arbeitsfeld beim >Unsünnigen Winkl< hatten wir (...wieder mal) nicht erreicht.

Macht nix! Trotzdem sind wir saugut drauf, als wir bei fantastischen Wolkenbildern mit einzelnen, sonnigen Lichtfingern den Landeanflug beginnen. Böige Landung. Das war's!

Noch was: Elisabeth hatte inmitten der starken Turbulenzen ihre Bandscheiben (leichtes Hohlkreuz) für einige Momente zu sehr belastet. Sie liegt folglich drei Tage völlig flach... Das verliert sich inzwischen zunehmend.

Doch: Uns allen bleibt die eindringliche Erinnerung an den Sturmflug - und beeindruckende Fotos von denen leider auch etliche verwackelt sind....



Christian Brack, Foto: Werner Zagler

Das 2. Münchner Outdoor-Festival am Sonntag, dem 15.10.2017 war ein großer Erfolg und rundum "gelungen". Sowohl herrliches Wetter, als auch - nach etwas zögerlichem Beginn - sehr viele Besucher. Natürlich war unsere Schlufkiste wieder einmal der große "Renner". Scharen von Kindern schlieften durch unsere Kunsthöhle, aber auch viele Erwachsene konnte ich "bewegen", durch die Kiste durchzukriechen. Für einen "Schluf" durch die Kiste bekamen alle einen schönen großen Fledermausstempel auf den Unterarm beim Handgelenk aufgedrückt, und auch die Fledermäuse (Material so wie Gummibärchen) fanden reißenden Absatz. Gisela bastelte wieder mit einer Vielzahl von Kindern Fledermäuse der Art "Myotis Sockus" - zu deutsch "Gemeine Sockenfledermaus".

Wieder halfen viele VHM-Mitglieder. Im Vorfeld mußte die Schlufkiste vom Einlagerungsort beim RK/BW München in München-Aubing am Samstag Nachmittag auf den Anhähänger gepackt werden und in aller Früh am Sonntag zum Coubertin-Platz gefahren, aufgebaut und die Kiste tagsüber "betreut" werden. Mitgeholfen haben dabei Werner Zagler und Daniele D'Auria (die beiden waren aber dann als "Bergwachtler" am Kletterturm der BW-München anwesdend), Elisabeth Zahner, Toni Müller, Renate Fröhlich (als Hilfe kurz am Vormittag), Gisela und Christian Brack. Etwas später kamen dann noch Peter Hofmann mit Tochter Julia und bauten die Rollups mit den Informationen über die "Inntaler Unterwelten" auf. Untertags konnten viele Gespräche mit interessierten Festival-Besuchern geführt werden, es wurden auch viele VHM-Flyer mit darin eingelegten VHM-Aufnahmeanträgen verteilt. Vielleicht bekommen wir über diesen Event ein paar neue Mitglieder ?! Schön wäre es, bei einigen der Besucher war es "vielversprechend".

Ein großer Dank auch an dieser Stelle an die BW München, die uns freundlicherweise mit Getränken und Mittagessen versorgt hat, das rundete den schönen Tag zusätzlich ab.