Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Bericht von Toni Müller

vom: Fr. 10 bis So. 12.6.2016

beteiligt: Rainer Bo. / Roland Ha. / Robert Sp. / Toni Mü. / Wolfgang Mu. / Richy Ro. / Nici Ji. / Thomas Sa. / Sebastian He.

Wir hatten uns zur Frühjahrsinspektion des LK-Biwaks verabredet.

Aufstieg zur Wasseralm am Freitag. Wetter verhangen, zuweilen nieseln. Gut zu gehen. So treffen sich 8 Personen zum gemütlichen Hüttenabend. (der 9. pennt alleine weiter oben in der Schäferhütte)

Sa. 11.6. - Weiterer Aufstieg zum verschneiten LK-Biwak

Früh raus! Der Radio meldet schlechtes Wetter am Nachmittag - dabei regnet es bereits.... Wir marschieren rauf zur Schäferhütte, wo wir den Roland treffen. Hallo, sind wieder zu neunt! Zunehmend lästiger Sulzschnee. Das LK-Biwak ist tief unter dem Schnee begraben.

Wir verteilen 'überlaufend' unsere Tätigkeiten. Da wir vier Schneespaten mit dabei haben, können wir an zwei Stellen zugleich graben - während die Versorgung mit heißem Tee angekurbelt wird. Der Durchstich zur Küchenecke ist schnell gefunden. Es wird abwechselnd Schnee geschaufelt, bis die grüne Abdeckplane erreicht ist. Hier ist der untere Teil leider vereist! Wir kommen hier nicht an unsere blauen Materialtonnen heran....

Am Hintereingang muß Rai erst mit der Lawinensonde herumsuchen - bis diese den schmalen Zustieg lokalisiert. Wir graben buchstäblich einen ca. 4m langen Schnee-Stollen. Endlich stoßen wir auf Fels. Der Zustieg zur Rumpelkammer ist gefunden. Der weitere Durchstieg zu den blauen Tonnen ist massiv zugeeist (zu früh im Jahr!).

Es regnet inzwischen zunehmend. Alle sind voll beschäftigt! Unsere Zeit wird knapp. Die Abfallsäcke werden herausgeholt und in blauen Beuteln gebündelt (etwa 8 Stk.). Nun werden die alten und mit kaputter Ausrüstung gefüllten, verschlissenen Schleifsäcke hervorgeholt.

Rainer 'wiegt' sie mit der Federwaage aus und notiert die Daten nebst Digifoto. Da es stärker regnet, packen wir eilig unsere leichteren, blauen Bündel mit Abfall auf die Rucksäcke und steigen in Richtung Wasseralm ab.

Inzwischen ist in der fortgeschrittenen Tageszeit der Schnee noch mehr 'eingesulzt', unsere Tritte vom Vormittag halten längst nicht mehr stand. Ich habe harte Sohlen und 'spure' neu voraus. Mindestens 5 Einbrüche in Schneelöcher verlaufen glimpflich. Dann breche ich in einer größeren, leeren Schneekuhle bis zu den Hüften ein und stoße mit der rechten Hand in eine schmale Felsritze unter dem Schnee. Ergebnis: Wahrscheinlich (?) Mittelfinger (an-) gebrochen.... Die Handtellerknochen wurden arg 'gestaucht'! Das mußte wohl sein - einige Touren werden wohl demnächst seehr eingeschränkt sein....

Abends wird in der Hütte gefeiert!

Horst hat unsere 3 Ltr-Dose mit exotischen Südfrüchten im eigenen Saft (Überbleibsel vomletzten Jahr) hervorgeholt. Nun ja: Dazu holt Thomas einen polnischen Schnaps heraus und Richy findet noch einen Flachmann. Schöner Hüttenabend. Sind sehr zufrieden mit den erreichten Aktivitäten. Rainer 'strahlt'!

So. 12.6. Wolfgang verpaßt am Morgen dem Toni einen dicken Verband (darunter: zerquetschtes Breitwegerichkraut)! Zusammen mit dem maroden Mittelfinger wird zur Versteifung gleich der gesunde Zeigefinger als 'Stütze' eingebunden! Bewährt sich ausgezeichnet!

Abstieg die Röthwand hinunter. Hier war inzwischen ein deftiger, sehr breit gestreuter STEINSCHLAG, vermischt mit viel Erdmulm und total zerfetzten Ahornhölzern über die Wand herabgerauscht. Fast bis ins Tal. ....wir waren tief beeindruckt!!

Nun ja: Eine weitere kleine Blessur wäre doch noch zu verzeichnen. Wir fanden einen Zettel an der Windschutzscheibe von Roberts Auto - da hatte sich heute Vormittag ein anderes Auto etwas unsanft 'angelehnt'! Folge: Verbeulte Türe und Kotflügel....

Jedoch war eine wichtige Einlauftour für die heurige Saison - als Vorbereitung für die nächste Sommersaison überstanden. Es gibt wieder viel zu tun, zu Beginn des Sommers!