Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Leiterkopf-Biwak / UWi-Biwak an der Kuhscheib

Von Toni und Elisabeth nach Tagebuchnotizen von: Toni Müller      Fotos: StM-Team

beteiligt: Rainer / Dirk / Philipp / Sebi / Richy, später Noreen - am Leiterkopf
Toni / Elisabeth / Leona / Wolfgang / Johannes - am UWi (Kuhscheib)

Diesmal waren Elisabeth und ich vom Do. 06.08. bis zum Di. 25.08.2015 unterwegs gewesen. Wir waren gut eine Woche am LK-Biwak und mehr als eine Woche im "Unsünnigen Winkl" am Kuhscheib-Biwak gewesen. Also 19 Tage lang!

Wir waren zuerst zusammen mit Leona und Wolfgang in einer verkleinerten Stafette (zu viert mit 5 Rucksäcken bzw. Kraxn) im Aufstieg über die Röth zur Wasseralm unterwegs. Anschließend hinter den LK-Leuten (Rainer / Dirk / Philipp / Sebi / Richy) rauf zum Leiterkopf-Lager. Ein ausgewachsener Adler segelt jagend die Hocheggerflanke ab...

Leona mußte leider bald runter zur Arbeiten nach Bamberg. Die 'Bordstimmung' im Biwak hatte ihr sichtlich gefallen!

Am Leiterkopf hatten wir acht Tage bestes Wetter mit vielen Sternschnuppen am Abend mitsamt Besuch von zwei Fledermäusen. Rings um das Lager wurden viele unaufgearbeitete Objekte nochmals genauer angeschaut. Unter anderem auch das sogenannte >Fischmaul< (...siehe Poster vom 60er-Fest!). Mit dabei der >Brunnenschacht< mitsamt seinem zusammenhängenden Nebenschacht. Elisabeth war mindestens 20 Meter am Seil mit unten.

Ich war inzwischen viel am werkeln, um zu helfen, einen stark 'blasenden' Schluf freizulegen an dem sich die Jungen buchstäblich festgefressen hatten. Tagelange Schufterei bis zum Durchbruch. Drei kurze Seillängen tiefer - kam der Höhlenwind aus einer engen, unbegehbaren Spalte - ganz dicht neben dem LK-Höhlensystem.... Wieder nix mit einer verbindenden Abkürzung. Elisabeth und ich waren mit dem 'geliehenen' GPS von Rainer bei zwei Klüften, um einige Höhlen neu einzumessen. Genau ab da, wo wir voriges Jahr aufgehört hatten. Und: Wir sind hier noch lange nicht bei einem Ende, die Arbeit in dieser Ecke ist durchaus vielversprechend. Leider bekam das LK-System heuer nur wenig Zuwachs. Na 'und'! Jedoch muß unbedingt auch der umliegende Kleinkram aufgearbeitet werden zumal von der Steffen-Gruppe keine Digitalvermessungen vorliegen....

Am Fr. 14.8. sind sieben Echoleute über die LK-Gasse zu Besuch herüber gekommen. Wolfgang, Elisabeth und ich marschieren mit schwerem Gepäck voraus, wieder zum UWi, um Material für die kommende Woche einzulagern, mitsamt einigen Proviantspenden vom LK-Biwak. Die Echoleute überholen uns unterwegs.

Bald lagern wir unsere Sachen an der Kuhscheib ab - um wie verabredet mit leeren Rucksäcken zur Wasseralm abzusteigen. Ein Stück unterhalb des >Veteranenschachtes< stolpert Wolfgang inmitten von ausgesprochen scharfkantigen Karren - und bricht sich 'hörbar' sein linkes Handgelenk. Erstversorgung! Kurzpause! Wir beschließen, noch in der Tageszeit bis zur Alm abzusteigen. Vorsichtig runter. Ab hier wird der Rettungsheli in Anspruch genommen. Rasch stellt Wolfgang noch ca. 10 Dosen "Prosecco" auf den Tisch und sammelt seine nötigen Papiere zusammen. Schon fliegt der Heli mit eingeschaltetem Scheinwerfer ein - nach wenigen Minuten wird das Gerät im Tal bei der Klinik Bad Reichenhall landen.

Nun ja - eine gemischte Truppe aus HöFo's, Bergsteigerin Magda und die soeben eingetroffenen LK-Forscher, sowie der aufsteigende Jürgen H. vom VHM, findet sich zusammen, um erst mal den Sekt zu trinken. Wir wissen wohl, daß Wolfgang längst in guten, sachkundigen Händen von den Klinikärzten ist...

Alle sind wir etwas aufgekratzt und gehen im abgelegendsten Raum der Nebenhütte nach 21 Uhr gleich zur Geburtstagsfete von Toni über. Um Mitternacht wird nochmals angestoßen, zum eigentlichen Geburtstagstermin - bis fast drei Uhr früh! Schönes, ausgelassenes Fest! Nach einem Ruhetag steigen Johannes aus Dresden, Toni und Elisabeth bei sehr schlechtem Wetter auf. Der Sebi (VHM-Mitglied!) hatte sich gestern bereits die schwere Kraxn von Wolfgang geschnappt und oben am Biwakplatz bei der Kuhscheib abgestellt - um seinerseits die Echogruppe zu besuchen. Danke auch!!

Nun beginnt unsere Forschungswoche des VHM im UWi bei der Kuhscheib. Wir kommen müde und sehr naß an, um sogleich mit dem Aufbau der Küchenplane sowie von zwei Zelten zu beginnen. In der Folge regnet es fast 6 Tage lang ausgiebig. Gerade noch, daß wir unseren charakteristischen >Ringstein< wiederfinden - um unser Hochzeitsfoto nachzuholen. Ansonsten sehen wir nur Kleinkram im näheren Umfeld. Dafür beißen wir uns an zwei Tagen im Eingangsschluf des >Sichelbläsers< fest, um hier ein paar störende Blöcke zu entfernen.

Es gelingt schließlich - die spannende Schachthöhle ist 'frei'! Steine poltern 9 bis 10 Sekunden lang nach. 'Dröhnend'! Wir verzichten aus Sicherheitsgründen auf eine Vorerkundung am Seil. Zu wenig personelle Reserven zu dritt in dieser Abgeschiedenheit!

Am Do. 20.8. entwickeln wir bereits schnöde Rückzugsgedanken, während unser Wassersammler an der Küchenplane täglich mindestens 40 Ltr Wasser liefert - als es plötzlich vor der Plane poltert? 'DIE' Überraschung!!! Es ist die Leona und, mit frisch eingegipsten linken Handgelenk - der Wolfgang! Die Ärzte in Bad Reichenhall hatten ihn gut versorgt. Und nun stand er bei uns unter der Plane. Mit dabei, das von uns an der Wasseralm zurückgelassene 60er-Seil des VHM, sowie einigen Proviant - und zusätzlich drei frisch gebackene Kuchenschnitte von der Hüttenwirtin Monika! Vielen Dank!

Eilig packen die zwei alle Sachen, welche nicht über Winter hierbleiben, ein und Wolfgang gibt dem Johannes noch wertvolle Tipps, wie dieser die Solaranlage in Gang bekommen kann. Weg sinnse, um noch im Tageslicht zur Wasseralm runter zu kommen. Die Leona hat ihre Freizeit eh bereits reichlich in Anspruch genommen.... Tschau - guten Abstieg und gute Genesung!

Wir sitzen wieder nur noch zu dritt unter der Plane. Unsere Bordstimmung hat sich um 180° Grad gewendet! Der Kuchen wird drei Tage lang zu unserem begehrten Naschhäppchen. Als wir am Montag beschließen, zur Wasseralm abzusteigen, da ist endlich relativ schönes Wetter. Wir können nach drei verregneten Jahren unser Lager sogar mal ohne Regen und 'trocken' in den Fässern verstauen.... Und: Die nötige Inventur vervollständigen!

An der Wasseralm genießen wir unser Bierchen und einen Plausch. Wir sind am Di. 25.8. um 23:56 h bei uns zu Hause in Nannhofen. Das war's!!

Genaueres demnächst im kommenden Folge-SCHLAZ des VHM.