Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Text / Fotos: Elisabeth Zahner und Toni Müller

Obige Themen lohnen es, daß wir hier in der VHM Homepage näher darauf eingehen. Werden doch bei dieser unserer 'Spurensuche' höchst spannende Phänomene - nicht nur des Karstes - angesprochen. In einer ausgesprochen ästhetischen Darstellung. Auf den Fotos zum Staunen schön!

Also: Speziell die Naturbrücken und Felsbögen im klassischen KARST sind es, welche uns zutiefst berühren und buchstäblich eine geradezu 'magische' Anziehungskraft ausüben. Und dies gewiss seit der fernen Steinzeit! Unsere natürliche Neugierde aktivierend.

Beginnen wir zunächst mit solchen ansprechenden Strukturen bei uns in den alpinen Karst-Hochplateaus. Naheliegend, bei mir nach vielen Jahren der Höhlenerkundungen im Plateau des >Steinernen Meeres< im Nationalpark Berchtesgaden beim Königssee.

Wir wollen zur Einleitung hier nur einige wenige dieser Phänomene vorstellen. Dabei benötigen wir nicht einmal eine Stirnlampe. Wir bleiben ganz profan bei der schlichten 'Taglicht-Speläologie' - und, das ist in der Tat spannend genug!

Alleine im Steinernen Meer sind mir im Laufe der aktiven Forschungen zwischen 1968 und heute - viele derartige Objekte bekannt geworden. Die Bandbreite umfaßt inzwischen sowohl große und kleinere, typische Naturbrücken, als auch verschiedene Durchgänge von Felsösen sowie Ruinen-Fragmente und auch Schacht/Schlot-Röhren. Eine höchst 'spannende' Palette also. Sicher geht es vielen aufmerksamen HöFos ebenso wie mir, sodaß man diese Beobachtungen gerne anderen Forschern zur Ergänzung mitteilen möchte. Am besten im freien Austausch auf unserer Homepage. Deshalb möchte ich hier eine hochästhetische Serie von solchen anregenden Bildern mitsamt kurzem Begleittext anregen. Es sollten sich möglichst viele interessierte Forscher 'aktiv' mit beteiligen. Eine sicher überraschende Dokumentation mit ausgesprochen großer Bandbreite könnte sich mit der Zeit ergeben. Als Anregung zur Diskussion solcher Phänomene in der ganzen WELT!! Und da ist das vorhandene Angebot geradezu 'riesig' - auch im wörtlichen Sinne.... Nicht n u r an der so berühmten Ardèche...!...!

Wir dürfen dieser Anregung durchaus mit großer Neugier entgegensehen!

Beginnen wir mit der Annäherung ans >Steinerne Meer< aus Süden kommend, von Zell am See - mit dem Kleinflugzeug auf Vorerkundung auf der Suche nach 'aktiven' Bläsern! Meist waren wir aus navigatorischen Gründen am Hochkönig entlang zur Peilmarke der 2247m SH hoch gelegenen >Torscharte< angeflogen.

Dabei kommt man unweigerlich an den höchst imposanten 'Teufelslöchern' vorbei, welche den Kamm des Hochsailer an der Oberkante als 'Doppel-Fenster' durchbrechen. In einer höchst eindrucksvollen Größe. (Siehe Salzburger Höhlenbuch Band 3 / Seite 44 - mit Foto!)

Doch schweben wir endlich mit dem kleinen Motorsegler ins Plateau des >Steinernen Meeres< ein. Sehr früh waren wir bereits 1968 von einem Höhlengeher (Ulli Freiberger) auf einen quer in der senkrechten Ostflanke des Hundsschädel, mitten in der Felswand liegenden 'Brückenbogen' aufmerksam gemacht worden. Ulli hatte das Objekt schlicht 'Bierkrughenkel' getauft - und so nennen wir die bis heute unerforschte Höhle immer noch! Immerhin war ich einmal von unten bis auf eine geschätzte Seillänge in freier Kletterei herangekommen. Ab da wird`s arg 'technisch' - nichts für einen Alleingang!! Von 'oben' her müßten zwei 50er-Seile ausreichen....

Wir wollen uns also ab jetzt auf die weitere Erkundung 'zu Fuß' einlassen. Ich hatte mir seit 1968 doch glatt 13 Paar Bergschuhe und nicht gezählte Besohlungen abgelaufen - siehe verschiedene SCHLAZ-Berichte - seit dem Heft 1 dieser unserer Mitteilungen....

Wir stießen dabei auf eine besonders schöne, großräumige 'Felsenöse' welche sich als Ruinenfragment horizontal aufrecht gehend durchschreiten läßt. Sie befindet sich knapp über dem Wandfuß der Südflanke des Leiterkopfes. In der direkten Draufsicht aus Süden nicht sogleich erkennbar.

Ein ebenfalls bemerkenswertes und unbenanntes Höhlenobjekt (?) ist im mittleren Mannlkopf an der Südflanke zu finden. Direkt obenauf. Es handelt sich dabei um eine senkrechte 'Schacht/Schlot-Röhre< direkt am Weg der Überschreitung. Diese vom Wandabbruch aufgeschlossene Schachtröhre ist oben und unten 'offen'!! Das heißt, ihr unterer Ausgang tritt mitten in der senkrechten Südwand aus - ins Freie! Fatal dabei ist: Der Weg von der Mannlkopfüberschreitung führt buchstäblich darüber hinweg (i. Winter?) oder dicht bei im Sommer. Für den 'unachtsamen' Bergwanderer direkt als 'Lift' - mit Austritt aus der folgenden Wand darunter - ins F r e i e . . . . Mindestens 30m tief! Der anschließende Freiflug nicht gerechnet! Besonders gefährlich im Frühjahr für den Schifahrer welcher völlig ahnungslos, gerade dabei ist, eine gefährlich 'morsche' Schneebrücke zu überqueren. Von Westen her mit dem Windstrich kommend, nicht erkennbar....! An der Ostseite warnt uns wenigstens ein unscheinbares 'Blasloch' im Schnee - wenn wir Glück haben! Der unten weit offene Schachtabbruch ist jedenfalls groß genug, um einem Schifahrer mitsamt Brettln einen großzügigen 'Durchlaß' zu gewähren. Eine perfekte Schifahrer-FALLE also!!

Eine ähnliche, nicht ganz so gefährliche und viel verstecktere 'Schacht/Schlot-Röhre' befindet sich in den Osthängen des Langeckrückens beim mittleren Hundsschädel des Plateaus. Diese sehr steil abfallende und geräumig-schöne Röhre durchzieht einen Felsensteg. Sie dürfte auch im Sommer meist schön 'vereist' und zum Teil schneeerfüllt sein. Die Steilröhre ist gut 30 Meter lang und man sieht immer das jenseitige Gegenlicht. (Steigeisen und Eispickel etc erforderlich!)

Dicht daneben, im kleinen Nebenkar am mittleren Hundsschädel befinden sich gleich mehrere der hier beschriebenen Karstobjekte. Z.B. eine geradezu 'winzige Naturbrücke' von gerade mal 1,5m Breite - für ein apartes Foto.

Sehr viel mehr gibt da schon das unweit im selben Kar gelegene 'Sonnenfenster' her. Dieses ist bis weit in den Frühsommer kaum erkennbar tief 'überschneit'! Zum Herbst hin kann man einen großen, in drei Armen gegliederten Steinbogen 'unten' hindurchschreiten. Und am Vormittag scheint auch tatsächlich die Morgensonne durch den Felsbogen.

Ebenso findet sich im selben Kar etwas höher ansteigend, eine weithin sichtbare, burgenartige Höhlenruine. Sie wurde von uns 'Paulis Durchstieg' getauft, weil der Jean Paul Concari (v. VHM) erstmals von unten her kommend durchgestiegen war. Die burgartige, durchaus großräumige HöhlenRUINE besteht vorwiegend aus höchst labil aneinander gelehnten Riesenblöcken - welche buchstäblich sehr dicht vor der 'Kante', scheinbar nur noch von schmalen Felsrippen gehalten werden....

Soweit vorerst nur einige Beispiele zum anstehenden Thema alleine im >Steinernen Meer<. Einige gewiss exotische solche Phänomene aus fernen Ländern folgen demnächst zum Vergleich hier auf der Homepage des VHM.

(....siehe auch in den verschiedenen, folgenden SCHLAZ-Mitteilungen des VHM!)