Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Kurzbericht über die „Balmes de Montbrun“ [Habitations troglodytiques]

Höhlensiedlung in Lavatuff in Frankreich, Departement Ardeche.

 

Seit langem (Dolfi und Elke Triller sind Schuld) fahren wir in Urlaub an die Ardeche am Fuße der Cevennen in Südfrankreich.

Zuerst zum Höhlen forschen und Kajak fahren. Später auch zum Gumpen hüpfen (Canyoning), heute zum Radl fahren.

Geblieben ist immer noch die Neugier auf Höhlen.

Bei der Anreise bewundere ich jedes Mal nördlich der Straße von Montelimar nach Aubenas, steile basaltähnliche Abbrüche in den Bergen.

Beim Landkartenstudium ist mir dann ein Höhlensymbol aufgefallen: „Grottes de Montbrun“ (Hab. troglodytiques = Höhlenbehausungen).

Im November sind wir (Irene und ich) bei mäßigem Wetter mal hingefahren (einsame Gegend).

Die verlassene Siedlung liegt etwa auf der Mitte der Strecke von Montelimar nach Aubenas,

etwas nördlich der Straße N102, am Südrand des „Plateau du Coiron, einer ca. 600-700m hohen Lava-Hochfläche.

Das Plateau bricht beeindruckend, z.T. mit Basaltsäulen ab.

Die Hochfläche ist karg. Die Bauern betreiben vorwiegend Viehwirtschaft.

Montbrun ist ein winziger abgelegener Ort, am Rande der Hochfläche, die dort steil nach Süden abbricht.

Die Balmes liegen in einem steilen kurzen Tal, in dessen Mitte ein kleiner Bach fließ.

Sie sind durch Wegeanlagen gut, aber nicht perfekt, eben französisch, erschlossen.

Die Höhlenwohnungen sind nicht restauriert, man erhält lediglich den Zustand.

Nur die Kapelle wird in Stand gehalten.
 

Ostturm                                                            Balme-A (West)

Man kann auf einer Rundwanderung eine Reihe von verfallenen, aus dem Lavatuff gehauenen Behausungen betreten.

 

Balme-B (West)                                                           Balme-C (Ost)

Die alten Wegeanlagen (Leitern, Treppen und Rampen) sind verschwunden.

An die hochgelegenen Räume kommt man nicht heran. An einigen Stellen ist das Betreten wegen Felssturzgefahr untersagt.

 

Westturm (auf dem das "Chateau" war)                                           Schautafel (wie's mal ausgesehen haben mag)

Die Siedlung wurde vom 12 bis zum 14. Jahrhundert ausgebaut. 1536 wurde eine kleine Kirche geweiht.

Die letzen Bewohner verließen das Dorf in 19. Jahrhundert.

Das „Chateau“ zu dem das Dorf gehörte existiert nicht mehr, ich habe auch keine Reste gesehen.

         Infotafel am Weg  

Insgesamt eine nette Wanderung , ohne besondere Highlights.

Das Wort Balmes stammt aus dem Altfranzösischen von Baoumo

und bezeichnet „aus dem Fels gehauene Wohnungen“.

 Sehenswert ist ein Kurzfilm zu Montbrun: http://www.youtube.com/watch?v=G6y5yyRUbWk

er wurde in Auftrag der Regionalverwaltung erstellt. 

 

Jürgen Becker, im November 2013