Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Roland Konopac: Pechkohleabbau in Oberbayern 

Auf schon länger angedachte Intitiative von  VHM-Altvorstand  Harald REINER, gab es nun am  10.April eine Sonderführung durch das ehem. Kohlenbergwerk Peißenberg. Der Termin wurde durch 18 junge und alte Mitglieder des VHM und Interessenten gut angenommen. Bergbaufreund und VHM-Mitglied Winfried Raab hatte ein Übersichtskarte mit den Mundlöchern der Stollen, den Wetterschächten sowie den Schächten mitgebracht. Hiervon sollten wir nun eine kleine Auswahl sehen. Bei Auflassung des Bergwerks verblieben praktisch alle Maschinen und der gesamte Ausbau im Berg. Es ist davon auszugehen, dass das schwefelhaltige Wasser die meisten Objekte bereits stark zerfressen hat. Bedauerlicherweise wurde nichts für ein zukünftiges Museum geborgen. Die zu sehenden Stücke befanden sich bei Einstellung des Bergbaus an der Oberfläche. Der Förderturm des (Hauptförder-) Zieglmeierschachtes wurde noch im Jahr der Stilllegung 1971 aufgrund des hohen Stahlpreises verschrottet, der Schacht selbst mit sortiertem Müll verfüllt.

Peissenberg02

Die dennoch sehr interessante Führung dauerte insgesamt rund 5 Stunden. Nach dem sehenswerten Bergbaumuseum besuchten wir das Schaubergwerk im Tiefstollen. Die Ausstellungstücke dort sind leider durch die hohen Luftfeuchte in Mitleidenschft belastet. Im Anschluß konnten wir noch den durch den Knappenverein Peißenberg wieder hergerichteten Mittelstollen, sowie den Sulzerstollen besichtigen. Beide Objekte sind mit viel freiwilliger Arbeitsleistung auf Strecken von fast 200 Meter befahrbar. Die Idee einer Wiedergewältigung des ehemaligen Zusammenschlusses des Mittelstollens mit dem Tiefstollen würde wohl einen sehr interessanten Rundweg ermöglichen.

Derzeit bringt jedoch niemand den nötigen Arbeitseinsatz auf, dieses Ziel zu verwirklichen.

Nachtrag von Organisator Harald R.:
Danke für das positive "feedback" auf die Veranstaltung. Freut mich, dass mit der Initiative zu  dieser Führung ich einigen Interessenten doch ein Stück heimatlicher Industriegeschichte näher bringen, bzw. ins Bewusstsein rücken konnte.