Verein für Höhlenkunde in München e.V.

phoca thumb l riemannhausToni Müller

1. Versuch am So. 29-04-12

Makelloser azurblauer Himmel. Der Radio meldet Starkwind (Föhn!) mit Orkanböen in den Bergen. Wir haben am Sa. mit dem Flugplatz Zell am See telefoniert. Die meinen - es ‘könnte’ gehen?! Wir meinen - es wird schon nicht so schlimm werden. In Mü. sieht alles noch recht harmlos aus. Versuchen können wir es ja mal, um (noch) die überaus günstig-hohe Schneelage zu nützen und einige ‘Bläser’ vor die Optik zu kriegen. So fahren wir los.

In Zell an See bläst es Staub und kleine Kiesel von der Straße. Soeben fährt ein PKW mit knatternder, gelber Signalfahne neben die Rollbahn raus. Zur genauen Windanzeige! Es war noch die Landung eines kleinen Sportflugzeuges angemeldet. Tatsächlich schwebt eine kleine Maschine unruhig ein, landet hüpfend und wird von den Böen auch mal ‘versetzt’.... Unser Pilot im Aussichtsturm meint - „die haben sicher soeben Blut geschwitzt!“ Oben in unserem Zielgebiet wären es gut 170 km/h - also tatsächlich Orkanstärke! Start und Landung wären heute einfach zu riskant. Sie hätten unseren Flug sicher abgesagt, wenn wir heute früh noch einen Zwischenanruf gemacht hätten....

Das war’s dann! Wir drehen ab.

Am Heimweg schauen wir uns Maria Alm ein wenig an, stehen vor der (noch!) verschlossenen >Lamprechtshöhle<, gehen essen zum Auvogel in Weißbach, um schließlich das >Mammut-Museum< in Siegsdorf anzuschauen. Also: Eine etwas teure Spritztour ins Pinzgau.

2. Versuch am So. 13-05-12

Wetterbericht am Sa. schlecht bis mäßig. Zugspitze meldet 8° Grad minus und immerhin, wenig Wind. Wir telefonieren uns zusammen, mit der Option unterwegs nochmal in Zell an See anzurufen. Dort ist die Lage auch am So. nicht gerade ideal. Wolken(unter)grenze zwischen 1500 und 2000 Meter. Thermik sehr schwach ausgebildet.

Wir fahren trotzdem los und telefonieren bei der Ausfahrt Siegsdorf nochmals mit einem der Piloten. Lage kaum verändert - Wolken leicht ansteigend. Nun: Wir wollen trotzdem den rapide abtauenden Schneestand nützen und nach aktiven ‘Bläsern’ im Plateau Ausschau halten.  So fahren wir weiter.

Um 10:45h sind wir am Flugplatz. Rundum alles verhangen. Zwei Segler ziehen ihre Runden (Flugstunden!). Keiner ist lange oben. Thermik schlecht. Die Schleppmaschine (unser Gerät) ist ständig unterwegs. Bis zur Mittagspause. Solange sitzen wir im Restaurant bei Cafe / Bärlauchsuppe.

Dann, kurz nach 13:ooh packen wir’s. Start - Anflug genau auf den helleren ‘Flecken’ im Gewölk der Südflanke zu. Dahinter soll die >Torscharte< sein? Schummerlicht! Sie ist es!  Der Pilot will sie bei dem Gewölk eher nicht überfliegen! Jenseits steht im Plateau eine weiße Wolkensuppe. Hier geht nix!

Also links ab. Wir fliegen nun alternativ die ganze Südflanke am Kalk/Dolomit entlang nach Westen. Immer knapp unter der Wolkengrenze bleibend, zuweilen auch mal im ‘Weiß’. So können wir wenigstens zu dritt die Flanke im milchig-weichen Licht abknipsen. Ausgiebig! Konzentriert! Also: Wildalmkirchl / Scharegg / Bonegg / Selbhorn / Mannlköpfe (Buchauerscharte 2269m SH - dicht) / Schönfeldspitze / Sommerstein / Breithorn / Achselhorn / Hollermaishorn / Schindelköpfe - bis zum „Ingolstädter Haus“ (2119m SH) Hier hätten wir es gerne nochmal probiert, ins Plateau einzufliegen. Aber: Vor uns ‘steht’ eine weiße, wabbernde Rolle aus Wolken.... Da geht auch nix!!

Speziell hier im Westen war vor 2 Tagen pappiger Neuschnee auf die Felsen gepeitscht worden und nachts zur blanken Eiskruste erstarrt. Die Tages-Thermik hatte keine Chance sich durchzusetzen. Entsprechend ‘ruppig’ ist dann auch unser gesamter Flug....

Wir drehen ab. Am Heimweg ziehen wir nochmals an der Südflanke entlang, bis vor zu den Mannlköpfen. Dann: Sinkflug - Landung. Das war’s! Ein kurzes Vergnügen von gerade mal 36 Minuten mit 300 PS. Kosten: Zu dritt incl. 167,4 Euro. Damit können wir leben.

Und: Als ich am Mo. Vormittag bei beiden Kameras mit dem Zoom die Flankenfotos durchsichte - da fallen mir mindestens 20 dunkle Eingänge (?) auf , die ich so bislang noch nicht registriert hatte. Neben den sonstigen, gut bekannten Portalen. Das ‘LICHT’ war’s! Bei grellen Sonnenschein in der Südflanke wäre dies alles ‘überstrahlt’ gewesen.... So hatte der spannende Flug doch auch sein Gutes! Die weitere Auswertung der Bilder ist durchaus ‘spannend’ für uns. Leider blieb uns auch diesmal die Hochfläche des Plateaus mitsamt den vorhandenen ‘Bläsern’ verwehrt. Nun ja: Der nächste Winter kommt gewiß.

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