Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Beleuchtung vergessen

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Am vergangegen Samstag gab es wieder eine Tour der Karlsruher in den Todsburger Schacht mit Beteiligung aus unseren Reihen. Aufgrund von Krankheit oder einem mehrheitlich nicht gelesenen VHM Kalendereintrag, waren nur 5 Mann angekündigt. Eckard, Jörn und Lothar aus dem Westen, Roland und ich aus dem Osten.

Da Rolands Unternehmungen mit der ARGE Blaukarst und meine Pläne nicht vereinbar waren, fuhr ich am Vormittag allein gegen Ulm.

Erst nach über 100 Kilometern merkte ich, dass ich meine Hauptakkus und die primäre Notlampe vergessen hatte.

Mit zweifelhafter Redundanz ins Loch? Nee. Also bin ich eins früher abgebogen und schaute am Parkplatz der Teilnehmer der Grabung in der Hessenhaudoline vorbei: bekannte Gesichter und ein Schwätzchen. Nach wenigen Minuten kam ein weiteres bekanntes Fahrzeug und nach beiderseitigem "Hallo, mit Dir hätte ich hier ja nicht gerechnet" lieh mir mein Freund Stefan eine Lampe.

Mit einer neuen und einer alten Tikka, samt Ersatzbatterien, und der beruhigenden Tatsache, dass mit Eckard, Jörn und Lothar drei fitte Retter schon am Todi sind, war ich dann fast zufrieden und begab mich mit großer Verspätung vor Ort. Roland wollte später noch von der Hessenhaudoline nachkommen.

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Es folgte das Einschlazen, das Mit-Schleifsäcken-und-2-Seilpuppen-auf-dem-Rücken-Spazierengehen und das In-die-Spalte-hinten-in-der-Eingangshalle-Hineinrufen. Siehe da, die Drei waren noch in Rufweite. Jörn und Lothar saßen am Kopf der Spezialstelle, Eckart baute in der Sinterkammer Verankerungen. Ich erfuhr zu meinem Bedauern, dass eine Befahrung bis zur Endhalle nicht mehr geplant war. OK, also keine Rundgänge. Ich baute trotzdem schonmal bis zur Seeigelhalle ein, zur Abwechslung via Kanonenrohr.

Fast war ich wieder halb oben - zwecks nachgucken, was die anderen so treiben und wo Roland steckt - da kamen Roland und die anderen mir entgegen. Ich hatte ausreichend Material mitgeschleppt, so dass noch Optionen mit mindestens 2 Wegen in die Endhalle offenstanden. Es wurde leider nur ein kurzes Hineinschnuppern in die obere Sinterkammer daraus, nicht jeder hatte diese schon gesehen.

Da ich mich bereits auf der Autobahn auf reduzierte Ansprüche eingestellt hatte, war mir dieser Ausgang auch recht. Schließlich kann man ein Akku-am-Ladegerät-hängenlassen durchaus auch als Indiz nicht optimaler Fitness sehen, da ist ein wenig Vorsicht allemal angebracht. Auch wenn es fast abergläubisch anmutet - mein Missgeschick, mir am Abend beim Schuheausziehen das Daumennagelbett einzureißen - betrachte ich als Blutzoll an den Berggeist.

Fotos gibt es diesmal keine von mir, die beiden Häppchen hier sind © Eckart, Neugierige finden im Netz zum Todsburger Schacht jedoch eine ganze Menge. Einige Beispiele sind: rheinig.de, Caveseekers, Malteser... Bei "Mission 2" der Caveseekers sieht man das Höhlenbuch, welches ich aus eigener Tasche finanziert einmal eingebracht habe, noch in gutem Zustand. Dieses sah im Frühjahr arg traurig aus. Leider schaffen es wohl einige nicht Wasser aus einer Curtec-Dose herauszuhalten.

Zum Abschluß des Tages fuhren wir nach Grabenstetten zu einem Vortrag über den aktuellen Stand der Forschung der ARGE Blautopf.