Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Ostern 2008: "Was will ich denn in dieser Allerweltshöhle?"

phoca thumb l cavottes salledunes

So kann man sich täuschen: Nur weil sich in der Grotte des Cavottes bei Montrond le Chateau (Nähe Besancon) Hinz und Kunz gute Nacht sagen, muß die Höhle nicht langweilig sein. OK, der Müll, die Fingerschleifspuren in Ostfriesenhöhe und was man sonst so an Zeugen menschlichen Herdentriebs so kennt, sind unübersehbar. Trotzdem tut das der Ästhetik keinen Abbruch und zwar genau weil diese auf den Strukturen an sich beruht, Gang- und Hallenformen, Sanddünen, Selbstähnlichkeit... Und das muß man der Cavottes lassen: die Befahrung ist kurzweilig.

Zuerst amüsiert man sich köstlich indem man die Neulinge voranstürmen läßt, denn diese verpassen sicher den Abzweig ganz zu Anfang - der Gang geht doch so schön geräumig geradeaus - nein, links runter wegducken muß man sonst ist der Besuch kurz. Die anschließende Röhre ist auch ganz knuffig, wenn sie mal kurz beschließt, zur Nachbarstörung zu wechseln und dann wieder zurück (kann man durchleuchten).

phoca thumb l grotte des cavottes

In der Salle du Chaos darf man wieder die Untertanen der Elite rätseln lassen wo's denn weitergeht (das Problem, daß man im Hauptgang bald einen Absatz nicht raufkommt, umgeht man, indem man in einer parallelen engeren Spalte das Mäanderstemmen übt). Am Faux pas amüsiert man sich über die Stories der Leichenberge der Unvorsichtigen eine Etage tiefer, am R7 kann man sowohl links als auch rechts einbauen und Wettrennen veranstalten, dann kann man zwischen Südwest- und Nordgang würfeln, die Salle des Dunes ist wahrlich stimmungsvoll und so weiter und so fort...

Eins steht fest: ich komme wieder, mit 5 Seilen, Schlauchboot, kompletter Fotoausrüstung, genug Zeit und bedingungslos ergebenen mucksmäuschenstillen Blitzsklaven!