Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Höhlenreinigung der Schlüssellochhöhle

 

Wer bingt Glasflaschen in eine Höhle? Einige, denn die Scherben geben Zeugnis. Wenn schon, dann könnten diese "Helden" ihren Müll auch wieder mitnehmen. Scheint soweit geht das Selbstzutrauen nicht. Also bleiben Flaschen oder Scherben zurück.

 
 

Grund genug mit der geplanten 8 stündigen Rundtour auch den gefundenen Müll zu entsorgen. VHM Neuling Zsolt, Michi von den Hallstättern und ich fuhren um Sieben in der Früh los. Nach einem Frühstück in Frasdorf fuhren wir den Parkplatz Soilach an. Auf dem Weg zur Höhle überholte uns das Bergwachtfahrzeug der Chiemgauer. Möglicherweise hätten wir uns etwas Zeit sparen können. Aber wofür? Zsolt hatte einen Rucksack, welcher wenigstens so hoch bepackt war, wie er groß ist. Trotzdem war er nicht ausgelastet. Nach 1 Stunde und 10 Minuten kamen wir an der Höhle an.

 

Schon vor der Verzweigungshalle sammelte Michi den ersten Abfall, den er mir in den Schleifsack stopfte. Wir nahmen den Weg über die Oberen Kaskaden. Zsolt verschwand voller Begeisterung in einem Seitengang - endlich im Loch. Weiter ging es zum Fledermausgang, eine Fledermaus war anwesend. Auch hier fanden wir etwas Müll.

 

Von der Bärenhalle ging es in die Unteren Kaskaden bis ins Sinterkammerl. Auf dem Weg fand sich eine rostige Dose und vor dem Sinterkammerl Abfall unter einem Stein, der dort wohl gezielt hinterlassen wurde. Auch fand sich eine Batterie Größe A und ein Dreierpack AA, sogar mit Kabel.

 

Nach einigem Suchen entdeckten wir den Durchstieg in den Riesendom. Auf dem Weg sammelte ich noch eine Flasche Frucade ein. Im Riesendom machten wir erst mal Pause - neben den Resten einer Bierflasche, deren Scherben ich ebenfalls einpackte. Nach einem eineinhalbstündigen Aufenthalt in weiteren Höhlenteilen gingen wir durch das Sinterparadies in Richtung Regendom.

 

Nach dessen Besuch turnte Zsolt in den Kaskaden unterhalb des Versturzes der Landregenhalle herum und fand weitere Scherben. Diese liesen wie zurück, weil der Abstieg mir mittlerweile zu mühsam war. 

Daher nur der Apell:

"Liebe Höhlenbesucher, nehmt Eueren Abfall wieder mit. Zwischen den Steinen ist nichts entsorgt, sondern wird nur wieder von anderen gefunden."

Zurück in der Bärenhalle nahmen wir den Vierlingerschluf und kletterten in den Hexenkessel. Auf dem Weiterweg im Weißen Gang fand ich noch einen Kronkorken. Die Bahnfahrkarte aus dem Jahr 2007 nahmen wir auch noch mit. Kurz vor dem Ausgang entdeckte Michi ein Überraschungsei.

 

Draußen war es schon dunkel. Meinen Hunger hatte ich schon übergangen, zwei Riegel Snickers halfen nicht wirklich. In Anbetracht der Uhrzeit steuerten wir das große gelbe M am Irschenberg an. Dort konnten wir uns gerade noch rechtzeitig gegen zwei Busse englischsprachiger Oktoberfestbesucher durchsetzen, fielen aber dankenswerterweise durch deren Anwesenheit nicht als besonders dreckig oder gar stinkend auf.

Zurück in München waren wir erst um halb Zwölf. In der Badewanne schlief ich fast ein. So lang war ich noch nie in der Schlüssellochhöhle, viele neue Details sind mir aufgefallen, aber vor allem: sauberer ist sie jetzt auch.