Verein für Höhlenkunde in München e.V.

2 Nächte Biwak

 
 

Die Hirlatzhöhle ist in den letzten Jahren wenig besucht. Die Chance für den Nachwuchs! Angeregt durch den Vater forscht Beni Hallinger gemeinsam mit seinem Freund Michi seit einiger Zeit unter anderem in den alten Teilen. Ich durfte mit. Anreise von München ins Brückenhallenbiwak am Freitag, Samstag die geplante Vermessung und am Sonntag die Heimreise.

 

Seit der Entdeckung des Durchstiegs am Oberen Biwak, sind diese Höhlenteile sträflich vernachlässigt. Die vorhandenen Einbauten sind zum Teil über 30 Jahre alt und erinnern an Größen der Münchner Höhlenforschung. Im Jörg (Obendorf) Schlot hängt ein Seil: Jörg, es ist noch von Dir eingebaut! Bierdosen in unerreichbarer Höhe haben auch ihre höchst eigene spannende und dramatische Geschichte. 

 
 

Leider sind auch einige Messdaten dieser Zeit verloren gegangen. Anlaß genug für die nächste Generation, noch mal zu messen und nebenbei einige Fragezeichen abzuarbeiten. Laschen und Anker haben Beni und Michi bei den letzten Touren inzwischen überwiegend im Sinne der Sicherheit ersetzt.

 

Eines dieser Fragezeichen - ein unbeachteter Schacht - führt in einen engen gewundenen fossilen Gang. Dieser wurde nun mit einigem Aufwand an dem Wochenende vermessen. Hochkant in der Horizontale liegend, sich verkeilend, dass man nicht tiefer in den Spalt rutscht, mußten wir uns über einige Meter bewegen und in dieser Lage auch noch Messdaten eintragen. An einer besonders schwierigen Stelle, das A4 Messbuch hatte horizontal keinen Platz, versuchten wir zu zweit den Eintrag zu ermöglichen. Ich hielt das Messbuch mit der linken Hand an die Wand, während der rechte Arm mich stützte und auch noch schreiben mußte. Das Messbuch wurde in dieser Situation durch den mir entgegenliegenden Beni mit der rechten Hand ebenfalls gehalten, während ihn sein linker Arm vor dem Abrutschen bewahrte. Fast ein Wunder, dass aus dieser Lage heraus die Einträge zielsicher aufs Papier kamen.

 
 

Lohn aller Mühen und Ängste war die Entdeckung eines neuen wasserführenden Teils - ein geräumiger Canyon, in welchen unser Gang der Intrigen mündet. Leider mußten wir umdrehen - vorerst, denn mit einem Seil kommen wir wieder, um abzusteigen und dem recht ansehnlichen Bach zu folgen.