Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Frankreich Jura - Tag 1 - Karfreitag: Hagelkörner, zwei Zentimeter groß!

Die Anreise am Gründonnerstag, welche dem ersten Höhlentag in Frankreich vorausging, soll nicht verschwiegen werden. Es ist möglich, eine Streckenplanung dem Navigationsgerät zu überlassen, oder nach menschlicher Erinnerung zu fahren. Die Kombination aus beidem vertrug sich nicht.

Ab München bin ich eher zufällig Landstraße gefahren: 1 Stunde bis Eurasburg, um Robert abzuholen - schon recht lang, 3 Stunden bis zur Schweiz über namenlose Nebenstrecken nach Vorgaben von Robert - hmmm, 2 Stunden Autobahn in der Schweiz, inzwischen nach Navi. 2 Stunden, es war inzwischen dunkel und das Garmin verkündete diese Zeit bis zum Ziel. Robert mißtraute dem Gerät. Dies müßte schneller gehen. Der Vollmond war aufgegangen, es konnten einige Richtungsschilder gelesen werden. Ahh, ein bekanntes Schild, also dort lang!Die Technik konsequent ignoriert konnte schon nach weiteren 3 Stunden morgens um 1:05 Uhr- im Summe nun 9 Stunden Fahrt - Montrond-le-Chateau erreicht werden.

Tiefe Schluchten und tolle Landschaften prägten sich in der Vollmondnacht eindrucksvoll in die Erinnerung.

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Wecken war um 7:00 Uhr. Vor Zwölf waren wir dennoch nicht fertig. Dagmar und Michael von der HFG Karlsruhe erklärten sich bereit, Robert, mich und die 3 Kinder Philipp, Tobias und Robin zu begleiten. Die Höhle ist in 15 Minuten bequem zu Fuß von Montrond-le-Chateau zu erreichen und liegt am Ende eines Weges in einem kleinen Wäldchen.

Einschlazen, Dagmar gab eine kurze Erklärung wo es lang geht, Robert und Michael waren schon voraus. 2 von 3 Kindern mit Hurra Gebrüll in die Doline, hinterher und auf und davon. An der ersten Gabelung nach kaum 30 Metern, der Weiterweg geht leicht übersehbar nach links - kein Kind. Ich wartete an dieser Stelle, bis die beiden Ausreißer aufgefunden wurden. Sie hatten den richtigen Weg in die erste Halle (Salle du Chaos) gewählt. Nach einer kurzen Standpauke wiederholten sich ähnliche Aktionen nicht mehr.

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In diesem recht großen Raum muß der Weiterweg gesucht werden. Durch enge hohe Spalten (Diaclase Duret), in denen unter Einbezug des Nachwuchses Mannschaftsketten für den Schleifsacktransport gebildet wurden, ging es über eine Traverse (Faux pas) bis zur 10 Meter Abseilstelle. Für den Wiederaustieg der Kurzen wurde eine Alu-Strickleiter angebracht.

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Nach dem Abseilen geht es entweder - einfach zu finden - nach links. In dieser Richtung kommt man nach etlichen Metern und Räumen an einen ca. 20 Meter tiefen Schacht. Nur Michael und Robert fuhren ab (R: und das auch nur, um einen Eindruck davon zu bekommen, welcher Geisteshaltung es bedarf, den Lac Terminal zu erreichen: Wir denken, die Gerüchte, es hätte jüngst eine Rettungsübung bis zu ebenjenem gegeben, entbehren jeglicher Plausibilität). Für die Kinder war dies der Umkehrpunkt. Oder man wendet sich - schwieriger zu finden - nach rechts, wiederum - wie schon öfter in dieser Höhle - durch einen schmalen Spalt, in die Salle des Dunes. Spannend zu sein scheint nach einigem Gehen in dieser Richtung ein 5m Abstieg, der sich linkerhand auf Hüfthöhe in einer lehmigen Halle befindet. Wir befuhren diesen, in Ermangelung weiterer Seile und auch aufgrund fehlender Liebe zum Dreck, nicht.

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Die Kinder erlebten ein tolles Abenteuer in einer weitgehend trockenen Höhle.

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Nach der Rückkehr ans Tageslicht zeichnete sich ein Gewitter ab. Eilig versuchten wir den Ort zu erreichen, der Himmel war schneller. Er schickte Hagelkörner, 2 Zentimeter im Durchmesser, auf uns herab (R: Zu Beginn des Schauers waren auch ein paar 4cm-Geschosse darunter). Gut, dass wir Helme aufsetzen konnten. Treffer waren selbst durch die Kleidung schmerzhaft.