Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Frankreich Jura - Tag 2 - Samstag: Verloren in Frankreichs Wäldern

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Navigation! Die Technik schickte Dagmar, Michael, die Kinder und mich auf der kürzesten Strecke in Richtung Höhle. Zunächst auf einem befahrbaren Weg, rückte das GPS zunehmend von diesem ab. Vermutlich war ein Fernwanderweg im Kartenmaterial als geeignet aufgenommen. Dieser Wanderweg zweigte jedoch unfahrbar von unserer Strecke mit einer Treppe hangaufwärts ab, der nicht verzeichnete Fahrweg ging gerade weiter. Im weiteren Verlauf der Exkursion schafften wir es spannend - nun bis zu 300 Meter jenseits aller erfaßten Kartendaten - quer durch den Wald zu fahren. Als der Vorschlag aufkam, Baumstämme mit dem Wagen aus dem Weg zu ziehen, entschied der Verstand umzudrehen. Schon zuvor wurden kleinere Stämme per Hand zur Seite gerückt. Noch immer ist es unklar, wo genau wir uns befanden. Auch die befragte Topografische Karte 1:50000 konnte nicht zufriedenstellend antworten.

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Zurück auf normaler Forststraße wurde der Parkplatz zur Höhle nach kurzer Zeit erreicht. Die Höhle selbst liegt am Fuß einer Felswand im steilen Gelände. Der Abzweig nach unten ist schwer zu finden. Vom Parkplatz aus hält man sich rechts auf dem Pfad. Nach kurzer Wegstecke geht es dann links steil hinunter. Der Eingangsspalt ist vom Weg aus nicht zu sehen.

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Einige Tropfsteine und wenigstens ebensoviele Hufeisennasen waren in der Höhle zu finden. Rechts führt die Höhle zu einem Tageslichtschacht. Links, nach einem für Erwachsene durchaus anspruchsvollen Schluf, erreichten wir durch einigen Lehm eine schöne Sinterformation und einen freistehenden dicken Tropfstein. Von dort geht es durch eine kurze tiefliegende Engstelle.

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Ginge, müßte ich korrekterweise schreiben, denn Wasser versperrte nun den Weiterweg. Notgedrungen drehten wir an dieser Stelle um. Schade, denn die schönsten Tropfsteine sollen in den hintersten Höhlenteilen stehen. Vielleicht kommen wir wieder und drücken uns verzweifelt, jedoch voller Entdeckergeist, apnoe durch die hoffentlich kurze, völlig verlehmte, Tauchstelle. Mit etwas Glück ist die Vertiefung dann aber trocken.

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Auf dem Heimweg wurde in der Käserei von Nans-sous-Sainte-Anne eingekauft und die Source du Lison besichtigt. Weil noch immer Zeit für einen Spaziergang blieb suchten und fanden wir noch den Eingang zum kontinuierlich engen Grouffre Pouet-Pouet (in dem gerade Oli, Marc, Stefan und Robert ihr Unwesen trieben). Fazit: Ein ereignisreicher Tag in einer traumhaft schönen Gegend.