Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Ein trauriges Stück Geschichte im Ötztal

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Gleich zu Beginn des Ötztals, noch nah der Autobahn, ist ein Berg durch einen gewaltigen Tunnel, Deckname "Zitteraal", durchbohrt. Zahlreiche Links im Netz geben Aufschluss über dessen Entstehung und Zweck. Zwangsarbeiter trieben den Stollen in den Berg – viele kamen dabei zu Tode. Der geplante Überschallwindkanal wurde bei Kriegsende, soweit vorhanden, demontiert  und in Frankreich wiederaufgebaut. Er ist noch in Betrieb. Statt Nachfolgern der Messerschmitt ME 262 werden heute jedoch Airbus-Bauteile überprüft.

Links:

* http://www.tlt.de/?ID=7&Sprache=Deutsch&Kategoriewahl=4
* http://www.unterirdisch-forum.de/forum/showthread.php?t=6482
* http://www.geheimprojekte.at/t_oetztal.html
* http://www.sagen.at/fotos/showphoto.php?photo=11622&nojs=1
* http://www.outdoor-pezzey.com/de/seite/14
* http://www.tt.com/tt/tirol/story.csp?cid=9082469&sid=56&fid=21
* http://tirol.orf.at/stories/51242/

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Zahlreiche Begehungsspuren zeugen, dass der Tunnel touristisch vermarktet wird. Es riecht stellenweise nach Urin, ansonsten überwiegend nach modernden Holz – ganz anders als der Geruch einer Höhle. Es finden sich dem Geruch entsprechend ein riesiger Verbau gleich am Eingang unterhalb der Straße und zahlreiche Bohlen und Holzreste im Boden. Tiefer im Berg sieht der Befahrer Metallreste, Schienen und Winden, sowie Armierung für die unfertige Betonschale. An einer Störungszone ist der Berg bereits durch Beton und Mauerwerk gestützt.

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Der Stollen verzweigt sich kurz vor dem Inntal. Nach rechts geht es zur Seilbahnstation – nach wenigen Metern in diese Richtung findet sich ein bewetterter Schacht nach oben, der einem Hirsch zum Verhängnis wurde. Links führt der Weg zu einem hangabwärts gerichteten Stollen, der wohl dem Antrieb der Versuchsanlage im Tal diente. Wenige dutzende Meter nach dem Wasserablauf geht es ins Freie auf einen balkonähnlichen Vorsprung mit wunderschöner Aussicht über das Inntal. Ein Rundweg im Berg ist möglich, da vom Wasserstollen die Seilbahnstation ebenfalls erreichbar ist.

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Es finden sich, neben Müll- und Fackelresten der heutigen Zeit, zahlreiche Schrottpatronen. Die Kinder fanden zudem eine Patronenhülse, möglicherweise Reste alter Pistolenmunition. Es bleibt der Phantasie überlassen, was sich an diesem Ort ereignet hat. Bestätigt sich, dass der Mensch sich nicht bessert? Es sollte sich niemand mit höherer Verantwortung anderer Personen entschuldigen und herausreden.

Bilder aus der Zeit der Bauphase:

* http://www.dlr.de/100Jahre/DesktopDefault.aspx/tabid-3302/5151_read-7462/gallery-1/gallery_read-Image.37.3077/
* http://www.dlr.de/100Jahre/DesktopDefault.aspx/tabid-3302/5151_read-7462/gallery-1/gallery_read-Image.37.3076/

Ein Zeichen der Übernahme von Verantwortung im Kleinen und im Hier und Jetzt:

Tragt Eueren Müll selbst heraus und nehmt auch den anderer mit.

Ein Veranstalter für Touren mit Fackeln:

* http://www.rafting-oetztal.at/berg-touren-tirol-oetztal/berg-touren-tirol/stollen-tour-tirol.html