Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Slowenien Februar 2010

8 Tage im Wechsel der Jahreszeiten, 23.02.2010 Lipiska Jama

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Iztok erklärte sich bereit uns bei Sezana eine weitere Höhle zu zeigen. Also tranken wir Cappuccino mit dem Vorsitzenden des dortigen Höhlenvereins. Neugierig kam der Präsident der gesamtslowenischen Vereinigung hinzu. Leider drängte die Zeit und kaum mehr als Händeschütteln kam nicht heraus. Schade.

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Es regnete noch immer. Wir parkten im Dreck und in mir wuchs Hass auf die nassen dreckigen Klamotten, darauf, dass ich das Auto putzen musste, darauf, dass immer ich am Auto im Regen stehen musste, bis der letzte seine Sachen ein- oder ausgeladen hatte. Niemanden außer mir schien zu stören, dass der Dreck unaufhaltsam immer mehr Territorium überall eroberte. Nur ich stand dem Dreck entgegen und stemmte mich gegen die völlige Kapitulation der Ordnung. Niemand sonst schien der Dreck zu stören.

Endlich war alles Material ausgegeben, die Ausrüstung von vier Personen im Auto  nach verdreckt und sauber sortiert. Die Wechselwäsche aller sicher verstaut und das Auto nach mehreren Rückfragen final und endgültig zu. Der Autoschlüssel lagerte sicher in der wasserdichten Tonne im Schleifsack ganz unten. Es regnete, der Regen lief in den Kragen, als es passierte: „Roland kannst Du meinen Autoschlüssel in Dein Auto legen, so wie vorgestern?“

Stefan erhielt eine Antwort des über die Tage aufgestauten Frusts: „Nein, mein Auto Auto ist zu und bleibt zu. Nimm Deinen Autoschlüssel mit oder leg ihn irgendwo hin.“ „Nein, bitte sperr das Auto nachmals auf!“ „Nimm jetzt Deinen Schlüssel und steck Dir diesen irgendwo hin, das Auto bleibt zu.“ 2 Minuten später sollte andere Ausrüstung doch noch den Weg in das so verteidigte verschlossene Auto finden. Jürgen schlug Stefan deshalb vor mich zu hassen. Egal, mir ging es irgendwie besser, auch wenn Stefan gar unschuldig war.

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Nach kurzem Abstieg und kurzweiliger, mit Seil versicherter Strecke, fanden wir uns ein einer Halle mit riesigen Tropfsteinen wieder. Wir merkten uns die Stelle zum Fotografieren für den Rückweg. Es ging tiefer durch etwas engere Stellen, die offensichtlich aufgesprengt wurden, in einen riesigen abwärts führenden Tunnel.

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Am unteren Ende der Röhre gabelte sich diese wie ein T. Am noch tiefer liegenden linken Ast befand sich eine Grabungsstelle des Höhlenclubs von Sezana. Viele Forscher hatten augenscheinlich Langweile und erbauten eine stattliche Anzahl an Figuren aus Lehm. Jürgen fütterte Johanna beständig mit Gummibärchen und anderen Süßigkeiten, in Vorbereitung auf ihre Sklavendienste beim Ausstieg.

Die riesige Röhre, düster und lehmig, bereitete dem Fotografen leider Probleme. Im nicht öffentlichen Teil der Galerie dieser Seite ist mit einigen Bildern dokumentiert, dass auch Jürgen Bilder versaut.

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In der vorgemerkten Halle begannen verschiedene Belichtungsexperimente an den riesigen Tropfsteinen. Fast die Hälfte der Befahrungsdauer hielten wir uns hier auf. Ein Seitenarm der Höhle mit weiteren Tropfsteinformationen wurde besucht. Dort fanden sich die schönsten Formationen.

Besonders interessant fanden wir die Fledermäuse, die sich an den Trassierungsbändern festgesetzt haben.

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Beim Ausstieg am Abend trafen wir Mitglieder des Höhlenvereins von Sezana, die gemeinsam einmal die Woche zum Graben in die Höhle einfahren.

Es regnete nicht mehr! Gemeinsam mit Iztok gingen Johanna, Heinrich, Zsolt, Jürgen, Stefan und ich am Abend bei besserer Laune in Kozina Essen. Jürgen und Stefan würden am nächsten Tag heimfahren, ein Abschiedsessen. Der in Slowenien bleibende Rest wollte jedoch die Gelegenheit auch nutzen um mit Iztok die verbleibende Zeit zu planen.