Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Slowenien Februar 2010

8 Tage im Wechsel der Jahreszeiten, 25.02.2010 Jama v Partu pri ogradi

 

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Die Jama v Partu pri ogradi, ist auf den ersten Schein ein unspektakulärer 40 Meter tiefer Schacht, der sich unten etwa 100 Meter in zwei Richtungen fortsetzt. Tote Tropfsteine beherrschen diesen altbekannten Teil der Höhle.

Wir parkten auf demselben Parklatz, wie bei dem Besuch der Nikotova Jama. Das Wetter zeigte sich erneut von der besten Seite. In Ruhe bereitete ich die Befahrung vor. Alle Auslöser und alle Blitze wurden durch mich getestet. Diesmal funktionierte alles, auf kurze Entfernung sogar bei Tageslicht.

Die Schachtöffnung wird durch ein Gitter abgedeckt, welches nicht nur den Einsteig versperrt, sondern auch den unbedachten Wandersmann schützt urplötzlich in gähnende Leere zu fallen. Das große Loch findet sich unvermittelt mitten im Wald.

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In der Höhle fotografierten Heinrich und ich so ziemlich jeden toten Tropfstein, den es zu sehen gab. Auch versuchten wir uns an dem Eingangsdom. Ich gebe zu, die ganze Fotografiererei dauerte. Jedenfalls passierte es, während Heinrich, Johanna und ich noch zusammenpackten gingen Zsolt und Iztok ein wenig voraus..

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Wir hatten gehört, dass es eine Schluf gab, irgendwo, der in spannende Teile führen sollte und waren den beiden auch nicht weit hinterher. Heinrich wechselte leider noch seine Batterien und da ist es dann passiert: Zsolt und Iztok waren unauffindbar.

Zu dritt suchten wir etwa 30 Minuten, vielleicht sogar länger. Keine Spur. Hoch oben bildete ich mir ein Tageslicht gesehen zu haben, das Licht bewegte sich nicht und stand konstant. Es stellte sich heraus, Zsolt saß dort und wartete dort kurze Zeit.

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Wir fanden jedoch erst etliche Minuten später wieder zusammen, nachdem er zurückkehrte und von toller Tropfsteinpracht schwärmte. Zsolt saß oben in einem Schluf, der, wenn man es gewusst hätte, gar nicht so unerreichbar war. Wie halt so oft, war die Entdeckung dieser Fortsetzung ein Frage der Perspektive und von unten nicht sichtbar. Es hätte auch geholfen, sich einen Ruck zu geben, den deutlichen Befahrungspuren zu folgen und die abschließende Wand am Gangende in Kletterei zu erklimmen. Wir Sitzenbleiber trauten uns bloß nicht. Nach kurzer Wartezeit jedenfalls, in der wir nicht nachkamen, war Zsolt weitergekrochen und erreichte mit Iztok gemeinsam einen Raum mit zahlreichen atemberaubenden Formationen.

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Egal, nun, da klar war, es würde sich lohnen und der Weg klar war, folgten wir alle dem von Zsolt beschriebenen Weg. Wie die Bilder zeigen, es lohnte sich. Wir betraten eine fantastisch bizarre Welt.

Die Höhle ist zu Recht verschlossen, jedoch in Absprache mit dem Höhlenverein in Sezana zugänglich.