Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Naß bis auf die Haut - Regen und Schneefall Mitte Mai

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Eigentlich hatte ich meinem Sohn die Begehung einer alpinen Eiswand versprochen, nachdem er im Winter beim Üben an einem Eisfall am Eisklettern Gefallen gefunden hatte. Die Zuckerhütl Nordwand, die ich vor 25 Jahren selbst als eine meiner ersten alpinen Eiswände verbuchen durfte, hatten wir uns vorgenommen. Leider machte uns wieder einmal das Wetter einen Strich durch die Rechnung und dabei hatten wir 4 freie Tage zur Auswahl. Nur gut, dass wir immer ein Alternativprogramm in Petto haben, welches uns diesmal in unserer heimatlichen Berge des Brünnsteinmassivs führte.

Vor einigen Wochen waren wir nämlich mit einer Jugendgruppe unserer Alpenvereinssektion auf unserer Selbstversorgerhütte in der Nähe des Tatzelwurms. Mein Sohn Max und dessen Kumpel Raffael hatten dabei die Nordseite des Brünnsteins nach kletterbaren Felsen abgesucht und stattdessen einen gut getarnten, aber dennoch ausgeprägten Höhleneingang entdeckt. Eine erste Begutachtung ohne Lampe ließ vermuten, dass es schon ein paar Meter und vielleicht auch mehr in den Berg hinein gehen könnte. Voller Tatendrang starteten wir also an unserem "Eiswandwochenende" bei Nieselregen zur näheren Inspektion dieses neu entdeckten Lochs. Diesmal schwer bepackt mit Material, denn man kann ja nie wissen, stiegen wir die steile Flanke hinauf zum Höhleneingang.

Und dann wurde es spannend.

Die Gesteinsschichtung passte. Eine senkrechte Schichtung trifft hier genau auf eine horizontale Schicht. Also nichts wie hinein. Leider wurden wir sogleich schwer enttäuscht, da sich der Gang nach etwa 4 Metern schon verengte und auch sonst keine Fortsetzung vorhanden war. Aus vielen Wanderungen in der Gegend wusste ich aber noch einen geologisch interessanten Bereich in der Gegend, nur deutlich höher gelegen. Mittlerweile hatte sich der Nieselregen in richtigen Regen verwandelt und es wurde auch merklich kälter.

Meine Erinnerung hat mich nicht enttäuscht. Wir fanden tatsächlich zwei interessante Objekte, die, soweit die Erstinspektion ergab, zumindest einige Meter tiefer in den Berg führen als unser erstes Objekt. Leider war aber ein Vordringen durch Versturzblöcke im ersten Anlauf nicht möglich und außerdem waren wir schon nass bis auf die Haut. Unsere weitere Suche blieb dann, bis auf die Inspektion von einigen verschütteten Dolinen erfolglos. Wir wählten unseren Rückweg über das Brünnsteinhaus, wo es dann sogar munter zu schneien begann und das Mitte Mai.

Zuhause erklärte man uns dann auch noch für verrückt bei so einem Wetter nach Löchern im Berg zu suchen. Wir empfanden es aber als gelungene Alternative zur Eiswandbegehung.