Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Voll naß!

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Der Hochwasserstand war schon nahe am Parkplatz ablesbar. Offensichtlich hatte der Bach vor kurzem wenigstens einen Meter mehr Wasser. Überall lag der Bewuchs in Flußrichtung. Der neue Sand dazwischen gab dem Ufer eine jungfräuliche, unverbrauchte Ansicht.

Der Hinterfallbachgraben führte immer noch sehr viel Wasser, der Angerlgraben, wenige Meter weiter, hingegen kaum. Dies ist nicht überraschend,  denn sehr selten spricht das Angerlloch auf Hochwasser an. Es ist vermutlich der Höchstwasserüberlauf des Hinterfallbachsystems.

Wir gelangten über den abgeheberten Kristallsiphon zum Eisensee, genau genommen in die Etage darüber. Irgendwo dort oder im Volksbadsiphon soll die Verbindung, in etwa auf Wasserhöhe, existieren. Bis heute ist diese jedoch nicht gefunden.

Auf dem Rückweg drehte Johanna von der Befahrung des Kristallsiphons einen kurzen Film. Dieser findet sich nachstehend.

 

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Aus dem polnischen ins deutsche übersetzt, "cycuszki" bedeutet Brüste. Der See ging Johanna folglich bis zur Brust. Unerwartet kam es noch schlimmer. Am Schluckloch vor dem unteren Ausgang stand tiefes Wasser, es reichte bei mir über den Hals, fast bis zur Helmkante. Die genaue Tiefe wollte ich nicht feststellen. Immerhin war noch ausreichend Platz unter der Decke. Wir beschlossen zu schwimmen. Die Stecke war fast so lang wie die des Kristallsiphons. 

Endlich am unteren Ausgang angekommen, verzichteten wir auf die Möglichkeit zu Tauchen. Die Öffnung über der Wasserfläche hatte sich geschlossen. Nur kurz müßte der Kopf unter Wasser. Ich erinnerte mich an Herrn Fitzner und die Laute, mit denen er sich Mut machte. Nein, soviel Mut hatte ich heute nicht. Wir kletterten statt dessen durch die Öffnung rechts oberhalb der Wasserfläche zum Gitter und wateten ins Freie.

Später gingen wir erneut ins Wasser. Der Film zeigt unser Treiben - haha, ein Wortspiel - draußen im Bach.