Verein für Höhlenkunde in München e.V.

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Der erste Tag der dritten Slowenienreise 2010 war noch jung. Fast direkt neben dem Feldlager befand sich ein Loch. Klar das dieses diesen Nachmittag fallen mußte. Zielgerichtet schlugen wir uns quer durch den slowenischen Busch. Die Erkundung des Eingangsschachtes zeigte, dass etwa 50 Meter Seil erforderlich waren. Diese Länge erwies sich bei der Befahrung gerade als ausreichend. Das Seilende hing einen halben Meter über Grund.

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Im Schachtgrund enttäuschte zunächst der viele Müll: Gitterboxen, Benzinkanister, Boiler, Autotüren. Alles rostete vor sich hin. Dann sah ich, ich glaubte es kaum, hellblauen, taubenblauen und blaugrauen Sinter. Nach diesem schönen Motiv hatte ich zum weiteren Fotografieren wenig Motivation. An etlichen lohnenswerten Stellen lief ich in Folge vorbei. Florian hatte mittlerweile meine volle Aufmerksamkeit. Schon eine dreiviertel Stunde hing er an der zweiten Umsteigstelle herum.

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Kein Meister ist vom Himmel gefallen, so heißt es. Wie schön, dass an diesem Tag die feuchte Höhle subjektiv wärmer als die trockene Luft draußen war. Johanna und ich warteten, irgendwann war Florian dann da. Diese fiesen Umsteiger! Ich hatte hiervon gleich zwei eingebaut, die erste schon weit oben an einem überhängenden Baum damit das Seil frei hing.

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Als ich aufstieg war diese Umsteigstelle entfernt. Das Seil spannte sich quer über den Boden und zwang meine Knie und das Gesicht zu Boden. Schmerzhaft scheuerte mein Körper über den Fels, welcher nur noch wenig von schwarzem Humus bedeckt wurde. Mühsam und anstrendend quälte ich mich den letzten Meter nach oben. In Gedanken mordete ich den Verantwortlichen. Wir werden erneut den Umgang mit einem Seil diskutieren müssen. Verschwitzt und dreckig ging ich zu den Zelten zurück. Iztok, der draußen blieb, sah zwei Wildschweine um das Lager streifen. Nur gut, dass Bären hier im Süden selten sind.