Verein für Höhlenkunde in München e.V.

"Der Müller war am Fuchsbau. ..."

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So beginnt der Text auf CaveSeekers.com. Offensichtlich, eine Rechnung war offen bei Jürgen und Oliver. Eine Rechnung mit der Kacna Jama und dem 250 Meter tiefen Einstieg in eine der größten slowenischen Höhlen. Meine Motivation zum erneuten Besuch war profanerer Natur. Es soll in einem Wasserlauf, der mit Rückständen einer Pharmafirma versetzt ist, 30 cm hohe schwarzweiße Pilze geben. Diese wollte ich erreichen und zur Bestimmung von allen Seiten fotografieren. Über die Begleitung der beiden und das Mitkommen von Johanna war ich sehr erfreut. Alleine hätte ich die Tour nicht durchführen können.

Es werden 265m Seil benötigt, die eingebaut und auch wieder entfernt werden müssen. So würde sich die Schlepperei auf 4 Köpfe verteilen. Mitgeführt wurden neben dem Seil 4 Fotoapparate, 7 Metzblitze, ein Bohrhammer mit 2 Akkus, wenige Liter Getränk und ein paar Süßigkeiten. Die ersten 50 Meter sind ohne Seil zu bewältigen. Ein Fußweg, eine betoniertes ausgesetztes unversichertes Betontreppchen und anschließend eine dünne Drahtseilsicherung führen in die Tiefe. Vom vorhandenen Bäumchen an, wurde es ernst.

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Nach 30 Schachtmetern, auf dem ersten Absatz, schmiss ich meinen Schleifsack in ein Eck. Die Laschen waren alle neu, der Bohrhammer unnötig. Und, ich mach keine halben Sachen, mein Proviant und mein Fotoapperat mit Blitz, blieb auch gleich liegen.

Somit gibt es in diesem Bericht nur Videos von Johanna und keine Bilder von mir. Nachstehend ein Film, von oben aufgenommen, in die ersten Meter des 200 Meter Tiefen Abstiegs von Oliver und nach dem Schnitt die Ankunft von Jürgen auf der ersten Stufe.

 
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Die Dimension des Lochs und die Lichtverhältnisse ängstigten. Es war düster. Die Luftfeuchte näherte sich den 100%, die es in der Höhle haben würde. Bei Ankunft auf Höhe des Fuchsbaues waren weitere 30 Schachtmeter überwunden. Das satte Grün ging in grüngraue Farbe mit nur kurzen pflanzlichem Bewuchs über. Der Weiterweg führt von hier durch eine Engstelle, den Fuchsbau. Dieses kleine Loch findet sich durch eine Naturbrücke vom Hauptschacht getrennt. Der Blick nach oben, im Photo festgehalten, war beeindruckend.

 
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Nach dem Fuchsbau gab es kaum mehr Tageslicht. Der Schachtboden lag unterhalb der Engstelle 140 Meter im Dunkeln unsichtbar und tief unter einem. Etwa 35 Meter tiefer, nach einer 4 Meter Pendelbewegung, ereichte ich ein Stück altem Steig. Auflager wurden hier für schon längst verfallene Konstruktionen in die Wand geschlagen. Diese dienten nun als Tritt. Vorsichtig Gleichgewicht haltend folgte ich diesem Weg 10 Meter abwärts, bis auf eine zwei Meter langen und sehr schmalen Naturbrücke. Der Film zeigt Oliver auf dieser Brücke.

 

Weitere 35 Schachtmeter folgten. Das neue glatte Seil verfluchte ich. Es rutschte nur so durch den Simple, trotz Bremskarabiner ging es viel zu schnell dem bereits sichtbaren Stoppkoten in 6 Metern Entfernung entgegen, der das Seilende markierte. Inzwischen war es anstrengend geworden das Seil mit der Hand zu heben, die Hand krampfte. Zu allem Überfluss schwang das Seilende langsam hin und her. Einmal war es über dem schwarzen Abgrund und dann wanderte es wieder zurück in Richtung der etwa 3 Meter breiten steilen Geröllhalde, die es zu treffen galt - noch immer in 65 Meter Höhe über dem Schachtgrund.

Die dreizehnte Umsteigstelle befand sich genau unterhalb des Balkons mit dem Geröll. Johanna brachte die fehlenden 75 Meter Seil. In der überhängenden, völlig glatten Wand nach unten baute ich auf etwa halber Höhe die letzte Umsteigstelle ein. Mit nur 2 Meter Restseil erfolgte der "Touch Down" auf dem Verbruchkegel des Schachtes.

Überwältigend, wie die Kameraden in dem riesigen Dom, wie leuchtende Perlen an einer Kette, langsam herunterkamen. Der Film zeigt den Blick in den Hauptschacht, der auf 180 Meter direkt, heißt ohne Wandkontakt, befahren werden kann.

 

Die ersten Bilder nahmen wir in Gedenken an Gefallene des letzten großen Krieges auf, die am Schachtgrund heute ihre Ruhestätte gefunden haben.

 

Nach Aufnahmen mit Stativ und teuerer Kamera ließen wie beides liegen und gingen in Richtung Biwak 1. Die Gänge und Räume sind gewaltig und entziehen sich aufgrund ihrer Größe einer Aufnahme. Auf nassem Lehm kam es wiederholt zu Stürzen. Sicherheitshalber hielten wir unser Hintern bodennah. Zumeist geht es jedoch über Blockwerk oder richtig bequem über Sand.

 

Der Weg führte abwärts, dutzende Meter aufwärts und wieder abwärts zum Biwak. Unterwegs fanden sich im Sand schöne Formationen. Lust auf die Pilze hatten wir keine mehr.

 

Auf dem Rückweg nahmen wir mit der Kamera von Jürgen über 200 Bilder auf. Der Rückweg und Aufstieg klappte hervorragend. Es ist nicht übertreiben zu schreiben, dass wir ein eingespielt zusammenarbeiteten. Auch dies ist für mich eine schöne Erinnerung. 14 Stunden nach Abfahrt waren wir wieder in unsere Unterkunft.

Die Kameradschaft

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