Verein für Höhlenkunde in München e.V.

phoca thumb l kuhscheibbeteiligt: Markus Auer / Elisabeth Zahner / Toni Müller (Text)

Das Wetter war während der gesamten Weihnachtsferien ständig unsicher oder der Zeitplan passte nicht. Aber, wir wollten bei verschiedenen Schneeständen die Aktivitäten der ‘Bläser’ im Plateau erfassen.

Dann: Am Mi. 05-01-11 sah der Wetterbericht vielversprechend aus. Am Tel. erfuhren wir, daß in Zell am See bereits seit Di. wieder Segelflugschüler in der Luft waren und daß für Mi. ebenfalls zwei Schüler gemeldet wären.

Also fuhren wir zu dritt im Auto von Markus ab München Ostbahnhof los. Trotz ‘Stau’ am Irschenberg hatten wir weniger als 10 Minuten Verspätung. Das Treff mit dem Piloten klappte - und wir starteten sofort, ohne Umschweife. Es war soeben Mittag. Sehr gutes Licht!

Wir flogen in einer leistungsstarken Maschine mit Stummelflügel, welche sonst am Zugseil die Segler in die Luft zerrte. So waren wir prompt in ein paar Minuten an unserer Zielmarke vor der Torscharte / Wildalmkirchl. Nun wendeten wir uns knapp unter der Gipfelkrone der Südflanke vom Steinernen Meer entlang nach Westen. Dem Gesteinswechsel zwischen dem aufliegenden Dachstein- und Riffkalk, sowie dem unterlagernden, schroffen Dolomitsockel folgend.

Erstmals waren wir mit Digital-Kameras ausgerüstet um vorhandene ‘Bläser’ aufzuspüren. Es ging vorbei am Wildalmkirchl, dem Selbhorn (....viele unerforschte Höhlen!), sowie den Mannlköpfen (mitsamt imposanter GRIVA!), weiter vor die Schönfeldspitze sowie den Sommerstein / Riemannhaus. Um das Breithorn herum, das Wiechenthalerhaus passierend ging es an der Westflanke entlang zu den Schindelköpfen. Hier folgen die großen Portale von >Eis- und Labyrinth-Höhle< sowie das >Big Monster<. ( A l l e i n  hier dahinter sind bereits 50 km Höhlenraum erforscht worden....)

Das Ingolstädterhaus überfliegend, gelangten wir schließlich über das eigentliche Hochplateau. Ausgesprochen wenig Schnee!  Es folgte nun ein kurzer Abstecher über das Rotwandl (...es enthält gut 13 km Höhlen!) und weiter zum Kärlingerhaus. Um den zentralen Funtenseetauern herum erreichten wir unsere Haupt-Ziele im östlichen Teil. Nun drehten wir mehrere Ehrenrunden um den Bereich unserer Arbeitsgruppen am Leiterkopf (LK) / Hochegger, sowie dem (UW) Unsünnigen Winkl, bevor wir uns auch noch dem (HU) Hundsschädel an den östlichen Abbrüchen zuwendeten.

Rückweg - Sinkflug - Landung.    Ab ins Cafe.    Das war`s !

Fotos: Es wurde ‘digital’ mit drei verschiedenen Kameras geknipst. Wir wollten möglichst viele der aktiven Bläser erfassen - soweit wie eben die Zustände dies gestatteten. Ich hatte bei der ‘Canon’ das Tele bis zum Anschlag ausgezogen - und völlig ‘blind’ losfotografiert. Dabei hatte ich es riskiert, daß alle Bilder verwackelt sind, oder die ZIEL-Objekte verfehlt werden. Der Markus hatte bei seiner Kamera das Weitwinkel eingestellt. Er war für die Übersichtsbilder zuständig. Für Elisabeth hatte er noch sein Händy mitgenommen. Auf ihm waren kleine Bilder-Serien eingestellt.

Ergebnis: Das Wetter war nahezu ideal. (....erst am Heimweg viele Wolkenstreifen im Westen!) So hatten wir bestes Fotolicht! Die Tele-Bilder waren tatsächlich meist wenig ‘verwischt’. Allerdings waren zahlreiche ‘Fehlschüsse’ mit dabei - kein Wunder! Beim Weitwinkel sah die Sache schon viel günstiger aus. Diese gestochen scharfen Bilder werden unbedingt benötigt. um die Tele-Ausschnitte zu ‘orten’! Die kleinen Händy-Serien lassen sich möglicherweise gut als Stereo-Fotos in 3-D auswerten.   Mal sehen?

Die Bilanz ist jedenfalls höchst positiv!! Es sind nun erstmals insgesamt mehr als 400 Digitalfotos, hauptsächlich unserer Arbeitsgebiete im Plateau entstanden. Und: Im Zoom tun sich tatsächlich einige ‘dunkle’ Einblicke (!) auf.... Zur weiteren Auswertung werden wir wohl etwas ZEIT benötigen.

Immerhin: Um halbwegs ähnliche Ergebnisse zu erreichen, da mußten wir früher mit den herkömmlichen Kameras mindestens 3 X fliegen ! !

Kosten: Wir hatten für ca. 50 Minuten Rundflug etwas mehr als 24o.- Euro, also 80.- pro Person ausgegeben. Das war`s uns wert! Auch der junge Pilot aus Linz hatte seinen Spaß bei unseren etwas exotischen ZIEL-Wünschen....!

 

Zu bemerken wäre noch, daß unser 300 PS starker Segler-Schlepper um einiges zu schnell unterwegs war. Bei ca. 150 bis 200 Stundenkilometern reicht deshalb die Zeit kaum aus, um ‘gezielter’ dunkle, meist kleine Löcher im Schnee zu erwischen. Auch kann man kaum nahe genug heranfliegen - außer bei Gipfel oder an der Südflanke. So wäre es wünschenswert, wenn wir im Frühjahr (Ostern?) bei wesentlich höherem Schneestand Vergleichs-Bilder aufnehmen wollen - eine viel langsamere und gemütlichere Cessna bekommen könnten. Diese ist ein Hochdecker, d.h. die Tragflächen (außer zwei Streben!) sind beim knipsen nicht derart im Wege.

 

Jedenfalls: Diese Bilder kommen einer Übersicht und Planung unserer „Forschungs-Woche“ im ‘Unsünnigen Winkl’ sehr zugute. Wir können im Gelände-Relief sehr gut weitläufige Gesteinstörungen und sicher auch einige ‘Bläser’ erkennen. Und die gesamte Orientierung wird wesentlich erleichtert.

 

Noch was: Die ersten CDs der Flugaufnahmen sind längst per Post zu den Forschern unserer benachbarten Höhlengebiete am Leiterkopf (Rainer/Dirk) und dem Hundsschädel (Udo/Dieter) für deren Auswertung und Planungen unterwegs. Auch geht eine Scheibe an die Erforscher vom Rotwandl (Walter S.). Zur Pflege der persönlichen Kontakte und einer guten Nachbarschaft innerhalb der verschiedenen Gruppen.

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