Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Besuch der Bismarckgrotte und des Alfelder Windlochs

Rainer mit Sohn Maxim, Wolfgang, Jo und ich, kurz entschlossen auch noch Robert - wir alle trafen uns pünktlich an der Raststätte Holledau um gemeinsam in die fränkische Schweiz aufzubrechen. Robert, und Rainer, in zwei Fahrzeugen unterwegs, sollten gemeinsam nach Velden fahren und ein Quartier für die Nacht auf Sonntag organisieren. Ich wollte noch zum Speleoshop nach Erlangen, wegen kurzen Ankern und einem Fässchen Karbid. Nachdem ich aber nichts vereinbart hatte, war der Laden zu. Also fuhr ich ohne die gewünschten Produkte zurück auf die A9. In Velden traf ich auf Robert, der schon Zimmer reserviert hatte. Interessanterweise war Rainer noch nicht vor Ort, er stieß jedoch innerhalb der nächsten Minuten zu uns.

Bismarckgrotte  

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Nach Bezug des Quartiers und der Vorbestellung des Abendessens, die Küche schließt in Velden um 20 Uhr, brachen wir zur Bismarckgrotte auf. Gegen 13 Uhr fuhren wir am nördlichen Eingang ein und besuchten die Sandhalle und im Anschluss die oberen Teile. Der Schluf zur Endkammer war eng, für mich zu eng. Jo und Maxim räumten zwar den beständig nachrutschenden Sand in der Kammer aus, Lust auf einen zweiten Test hatte ich jedoch nicht mehr. Auch kein Anderer wollte den Schluf versuchen. So ging es nach einem Gruppenbild weiter, über die Teufelskammer, mit nur noch wenigen Teufeln, zurück in die große Eingangshalle. Wolfgang, mit 200 Zentimeter Körpergröße und geschätzten 120 kg Lebendgewicht hatte seine Entschlossenheit, die des Öfteren für ihn sehr knapp bemessenen Schlufe zu meistern, an mehreren Stellen eindrucksvoll bewiesen. Er hat Roberts Test bestanden!

 

Rainer hingegen klagte über nachlassende Kräfte. Da wir unmittelbar unter dem Nordeingang weilten, wäre ein Abbruch möglich gewesen. Trotz schwindender Kräfte war dies für ihn keine Option. Die wenigen Meter zum Südeingang wollte er versuchen. Zügig kamen wir vorwärts, allein im Korkenzieher schwanden Rainer die Kräfte. Die letzten Meter gestalteten sich schwierig. Robert dirigierte Rainer mit vielen Worten und kleinen Hilfestellungen nach oben. Erfolgreich, denn nach spannenden 7 Stunden standen alle mit glücklichen Gesichtern im Tageslicht vor dem Südeingang. Jo, Robert und ich gratulierten unseren Neuen - Wolfgang, Rainer und Maxim - für die klasse Leistung. Das Abendessen bekamen wir noch gegen 20:30 Uhr, dank unserer Vorbestellung. Hundemüde fielen wir im Anschluss ins Bett.  

Alfelder Windloch, Windloch bei Kauerheim  

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Der Besuch des Alfelder Windloch war von mir als Entspannungstour gedacht. Entsprechend viel Zeit ließen wir uns schon in der Anreise. Am Lichtengrabenponor hielten wir kurz für einen Spaziergang und in Alfeld gab es eine Stärkung, schließlich lag das Frühstück schon wieder länger zurück. Dass wir erst um 12:30 Uhr einfuhren, kein Wunder! Ich führte die Kameraden über den mir bekannten Rundweg: Bambi, Schluf, Groovers, Elefantenfußhalle, Schluf, Seifenblase, Briefkasten, Sandkammer, Bambi. Die Seitenkammer der Elefantenfußhalle wies deutliche Befahrungsspuren auf.

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Im späteren Vergleich mit alten Bildern konnte ich – wieder daheim – weil der Blickwinkel und die Belichtung nicht vergleichbar waren, eine Verschlimmerung der Verschmutzung nicht belegen. In meiner Erinnerung war der Raum dennoch deutlich sauberer. Zum Zeitpunkt der Befahrung war ich deswegen enttäuscht. In der Seifenblase nahm eine mehrköpfigen geführte Kindergruppe, je einen Tropfsteinrest mit. Nach kurzer Diskussion untereinander, ob wir uns einmischen sollten, ermahnte ich die Kinder: In eine Höhle wird nichts hineingebracht und aus einer Höhle wird nichts entfernt, insbesondere keine Topfsteine. Die Gruppe reagierte verständig und nahm die Tropfsteine trotzdem mit. Ich fand mich mit der geringen Zerstörung ab.

Wir setzten die Befahrung fort. Ein paar Stunden später kämpfte Wolfgang eine knappe halbe Stunde in der Senkrechten Richtung Bambi mit sich selbst - das Limit für seine körperliche Dimension schien erreicht -, und Rainer, vom Vortag noch nicht zur Gänze erholt, kroch auf dem Zahnfleisch - nach Anweisungen von Robert - Richtung Ausgang. Es gab keiner auf - auch Rainer hat Roberts Prüfung bestanden, Maxim sowieso! Nach 5 Stunden, nur eine Stunde hinter den von mir angedachten Zeitplan standen wir wieder oben. 

Zur Nachbespechung fuhren wir erneut nach Alfeld. Nach Kaffee und Kuchen verabschiedeten wir uns um getrennt heimzufahren. Wir hatten ein tolles Wochenende verbracht, unsere Anfänger tasteten sich an ihre physischen und psychischen Grenzen heran und gemeinsam freuten wir uns über den, dank unserem super Team, erzielten Erfolg!