Verein für Höhlenkunde in München e.V.

29,9 Grad

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Bestes Wetter begleitete Johanna und mich auf der zweitägigen Anfahrt. Nur kurz gab es eine Ausnahme, um den Ruf Englands gerecht zu werden, Nebelschwaden begleiteten unsere Ankunft in Dover. Damit hatte es sich dann auch mit Niederschlag.

Die gesamte restliche Woche überschritt das Thermometer täglich die 26 Grad Marke, sogar der heißeste 1.Oktober seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Vereinigten Königreich wurde gemessen, mit sage und schreibe 29,9 Grad! In den warmen Nächten erlebten wir eine sternenklaren Himmel und sahen deutlich die Michstrasse. Wir sahen Sterne, die wir aufgrund von Dunst und Restlicht bei uns in München schon lang nicht mehr sahen.

Anbei ein kurzes Video, welches uns von Dover aus in das Herz von Wales führt, LLangattock, dem Wohnsitz von Martyn Farr - und ein kleines Stück darüber hinaus. Der Taucher auf der Beifahrertür kam an - super, eine tolle und abwechslungsreiche Landschaft - grüne Täler und karges Hochland.

 

Wales - Martyn Farr

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Martyn unterzog uns einem zweitägigen Persönlichkeitstest, in der wir mit unserer leichten Ausrüstung auffielen. Auch schienen wir bei ihm die ersten zu sein, die in Gummistiefeln tauchten. Sogleich zitierte er Rick Stanton, der wohl gesagt hat, niemand hätte wirklich in Höhlen getaucht, sofern er dies nicht in Gummistiefeln und im Nassanzug getan hätte. Ich glaub, unsere Einstellung gefiel Martyn.

Eine Menge lernten wir aus seinen Erzählungen und profitierten von seiner Erfahrung. Anhand seiner optimierten Ausrüstung fanden wir gemeinsam viele Details in denen wir nachbessern wollen. Viel Lob erhielten wir jedoch für unsere Fitness und die Routiniertheit mit der wir in der Dunkelheit tauchten. Aufgrund von nur 3 mm Neopren froren wir nach dem ersten Tauchgang in Dina´s Mine bei nur 7 Grad Wassertemperatur jedoch erbärmlich.

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Johanna fragte zitternd ob Martyn ein Lied singen könnte, sie würde dann im Takt mit den Zähnen klappern. Martyn begann zu singen und wir begannen entspannt den zweiten Tauchgang. Martyn fragte mich, ob alle Frauen aus Osteuropa so wären wie Johanna. Wir lachten die meiste Zeit. Zum Abschied war er überzeugt, dass wir nächstes Jahr zu einen fünftägigen Spezialtauchkurs wiederkommen würden, den er für uns ausarbeiten würde.

Eigentlich wollten wir ja nicht, die beiden Tage waren jedoch derart angenehm, dass zumindest ich überlege, und von Johanna weiß es Martyn ja eh besser:

"She will" !  

England - Swildon´s Hole

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Die zweite Hälfte der Urlaubswoche verbrachten wir in Somerset, Mendip Hills, Priddy. Der Shepton Mallet Caving Club empfing uns äußerst hilfsbereit und freundlich. In der nahem Umgebung haben noch zwei oder drei weitere Höhlenverein ihre Hütten. Die Zusammenarbeit zwischen diesen ist eng und freundschaftlich. Fast schäme ich mich für die Schwierigkeiten, die dieser 1949 gegründete Verein heuer in Deutschland erleben musste. Sie konnten mangels Beratung nur wenige Höhlen befahren.

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Johanna und mir wurden dagegen gleich mehrere Tipps gegeben und zudem Martin Webster und Mark Faulkner zur Seite gestellt, die uns durch Swildons´s Hole führten. Nach einem ausgedehnten Spaziergang und dem Besuch der Schauhöhle Wookey Hole ging es am Abend zum Swildon´s Hole.

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Martin und Mark legten ein Tempo vor, welches mich veranlasste meine Kamera an einer Verzweigung, welcher wir später wieder passieren würden zurückzulassen. Das war gut so, denn es ging in hohen Tempo durch insgesamt fünf Halbsiphone und zwei knackige Engstellen auf eine vierstündige Rundtour.

Der letzte Halpspiphon wäre der 1.Siphon gewesen. Der Wasserstand war so niedrig, wie es keiner unserer beiden Begleiter je erlebt hatte.

 

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Martin erwähnte kurz, dass er Mitglied der Cave Diving Group war, als Martyn Farr das Tauchen begann. Nun ginge er nur noch durch diese Höhle um zu sporteln. Die beiden waren fit. Von der Tour zeugt vorstehendes Video. Einzig Johanna hat zum Ende unseres Rundkurses am Höhlenausgang noch gelacht, der Rest war platt. Ausklingen ließen wir den Abend im nahen Pub.

Zu unserem allergrößten Bedauern ging es anderntags bei bestem sonnigen Wetter und Temperaturrekord schon wieder heim.