Verein für Höhlenkunde in München e.V.

Besuch der Großen Eiskapelle

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Der heurige Besuch der Großen Eiskapelle könnte einer unserer letzten gewesen sein. Vermutlich ist es der Klimawandel, der dieses Jahr besonders erbarmungslos zuschlägt. Konkrete Ursache sind wohl der letzte Winter mit wenig Schneefall und der diesjährige zu warme Sommer. Es fehlt geschätzt eine halbe Million Kubikmeter Eis im Vergleich zum letzten Jahr. Die Welt erlebt eine Zeit dramatischer Veränderungen, eine dieser Veränderungen betrifft sehr anschaulich die Eiskapelle. In den letzten fünf Jahren konnte ich vom Eingang nie direkt das Ende der Großen Eiskapelle erkennen.

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Licht benötigten Johanna und ich diesmal nicht. Durch die geringe Länge und die großen Portale gelangte ausreichend Helligkeit in die Große Eiskapelle. Eisbruch bedeckte an vielen Stellen den Boden. Durch den Eisverlust war der Tunnel besonders breit, vielleicht 30 Meter oder sogar mehr. Mir schien die Große Eiskapelle nur halb so lang wie letztes Jahr. Die Kleine Eiskapelle gab es heuer nicht.

Das Video endet mit Johannas Worten 'Es ist traurig.'  

 

 

 

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Der Verein für Höhlenkunde in München erforscht und dokumentiert die Eiskapelle. Seit 1984 ist Andreas Wolf an dieser Arbeit beteiligt und in den letzten Jahren allein treibende Kraft. Für den Schlaz 117, der Jahresschrift des VHM, ist ein ausführlicher Bericht von ihm geplant. 

Ein früher Bericht zur Eiskapelle findet sich schon im Schlaz 45 vom Februar 1985. Der damalige Artikel war für viele Anstoß, auch einmal in dieses erstklassige Höhlenobjekt zu gehen, das davor einfach ignoriert wurde, weil es nicht als "Höhle" galt. Reinhard Wagner war der erste, der sich besonders stark von der Begeisterung Franz Lindenmayrs hat anstecken lassen. Franz Lindenmayr hat mit ihm und zwei anderen Mitvermessern, den ersten Höhlenplan der Eiskapelle in der neueren Forschungsphase aufgenommen. Vielleicht lassen sich ja wieder viele neue Vereinsmitglieder für die Forschung an der Eiskapelle begeistern, viel Zeit bleibt wohl nicht.

Johanna und ich gingen nach wenigen Fotos zurück nach St. Bartholomä. Nächstes Jahr kommen wir wieder, um zu sehen wieviel von diesem wertvollen Geotop in Bayern noch übrig ist.

Für unseren Ausflug hatten wir bestes Wetter. Die Trauer um das geliebte Eis war bei steigenden warmen Tagestemperaturen schnell vergessen. Wir hielten es wie der Greenpeace Frosch und saßen gemütlich, bei bester Laune, im Biergarten von St. Bartholomä. Dabei sinnierten wir auch über den Frosch.

Wir fanden dank Google und Internet heraus:"Bei Menschen mag das stimmen, aber der Tierfachmann weiß: 'Da ist die Menschheit wesentlich dusseliger als so ein Frosch; der weiß nämlich, was gut für ihn ist – und was nicht.' - Quelle: N-TV Wissen, Frage & Antwort, Nr.80, 04.08.2009, Fabian Maysenhölder" - Letzteres nun, ist wirklich traurig.