Verein für Höhlenkunde in München e.V.

(Gerhard Meidinger)

Im August 2014 war ich mit einer Höhlenlampe im Forschungslager die ich mir aus zwei einzelnen zusammengebaut hatte um die Vorteile beider Systeme nutzen zu können.

Bei der Myo XP von Petzl finde ich die klappbare Streuscheibe genial und es ist eine robuste und trotzdem kleine und leichte Stirnlampe.

Das Innenleben habe ich aber ausgetauscht gegen das einer Taschenlampe die mit 2,5 bis 5 Volt betrieben werden kann und damit eine Cree T6 LED betreibt.

Sie läuft also entweder mit drei oder mit zwei Mignon Batterien. Die Stromaufnahme liegt bei maximal 2000mA mit drei Batterien und 760mA wenn nur zwei Batterien verwendet werden. Da beide Werte deutlich höher als bei der Original Myo XP liegen wurde ein Kupferblech nötig um die entstehende Wärme abzuleiten. Das jetzt verbaute reicht für den Dauerbetrieb mit zwei Batterien auf höchster Helligkeitsstufe.

Beim Betrieb mit drei Batterien entsteht eine Abwärme von 2A * 4,5V also 9 Watt. Die kann das kleine Blech nur kurzzeitig puffern. Anschließend muß man sehr bald auf eine niedrigere Helligkeitsstufe herunterschalten. Wer hier einen Dauerbetrieb erreichen will muß ein sehr viel größeres Kühlblech verwenden.

Um die Lampe statt mit drei nur mit zwei Batterien zu betreiben benutze ich einfach eine Mignonzelle die ich von ihrem Innenleben befreit und kurz geschlossen habe.

Die Cree XM-L T6 LED plazierte ich auf der einen Seite des Blechs, auf die andere kam die Schaltung. Um sie elektrisch zu isolieren kam noch ein kleines Stück Platine als Abstandshalter dazwischen.

In der Myo XP befinden sich vier kleine Plastikstifte die ich jetzt dazu verwenden konnte das Kühlblech zu positionieren. Die kleine Feder der Platine, die ursprünglich mal dafür gedacht war mit dem Pluspol der Batterie einen Kontakt herzustellen hat nun eine rein mechanische Funktion. Sie drückt elastisch gegend die Rückseite der Lampe und presst dadurch das Kühlblech der LED auf die Kupferzunge.

Die fünf Helligkeitsstufen der Lampe werden anders angesteuert als bei der Original Petzl. Deshalb konnte ich auch den original Ein- und Umschaltknopf nicht weiterverwenden. Die jetzige Schaltung erwartet eine komplette Trennung vom Pluspol für weniger als fünf Sekunden. Dadurch wird der jeweils nächste Modus aktiviert.

Das größte Bauteil ist jetzt ein Kippschalter dessen Halterung im zusammengebauten Zustand gleichzeitig eine Zugentlastung darstellt. Das Kabel zum Batteriefach habe ich auch ausgetauscht und durch ein sehr robustes Lautsprecherkabel ersetzt. Bei 3 - 4,5 Volt ist eine gute elektrische Isolation weniger wichtig als mechanische Belastbarkeit gegen Knicken.

Kommen wir zur entscheidenden Frage: Ist die Lampe wasserdicht? Klares eindeutiges Nein. Muß sie auch nicht. Wie man auf dem Bild mit dem Wasserglas sieht kann man das Innenleben ohne irgendwelche Störungen komplett unter Wasser tauchen. Die LED leuchtet mit der gleichen Helligkeit klaglos weiter und freut sich über die gute Kühlung.

Durch den Umbau habe ich jetzt eine sehr kompakte und leichte Lampe die sehr hell leuchtet und bei der man mit der eingebauten Streuscheibe genial zwischen Spot und gestreutem Licht wählen kann.